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Trauermücken schnell und effektiv bekämpfen

1. Tschüss Trauermücken

Wie man sie schnell und wirksam loswird


Wer Trauermücken bekämpfen will, muss erst einmal wissen, wie er die kleinen fliegenden Schädlinge von anderen bekannten Insekten unterscheiden kann. Zumeist wird die Trauermücke mit der Fruchtfliege verwechselt.

Im Gegensatz zu Fruchtfliegen sind Trauermücken durchgehend schwarz und schmal im Körper und unterscheiden sich so von den etwas gedrungeneren und rotbraunen Fruchtfliegen. Erwachsene Tiere sind etwa 1,3 Millimeter lang und bewegen sich in einem flotten Zickzack-Flug, während Fruchtfliegen eher einen etwa behäbigen Geradeausflug bevorzugen.


By Pristurus (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Auch in der Auswahl der Nahrung beziehungsweise der Ablageplätze für die Eier sind Trauermücken und Obstfliegen unterschiedlich einzuordnen. Fruchtfliegen lassen sich gern auf faulendem Obst nieder und legen dort auch ihre Eier ab, während die Trauermücke ein feuchtes Substrat, beispielsweise Blumenerde als idealen Ablageplatz für Ihre Eier bevorzugt.

So beginnt der Befall eben direkt im Blumentopf und nicht über die eigentliche Pflanze oder die Blüten- oder Fruchtstände. Gut zu erkennen sind die Trauermücken auch an ihren langen, schleierartigen Flügeln, die den gesamten Körper ab Kopf überdecken.

2. Schadbilder der Trauermückenlarven

Erwachsene Trauermücken richten an Pflanzen meist keine schweren Schäden an, können aber besonders in Wohnräumen doch sehr lästig sein. Außerdem pflanzen sich die adulten Trauermücken fort. Dazu legen sie in Substraten wie beispielsweise Blumenerde Hunderte von Eiern ab, aus denen sich innerhalb kürzester Zeit die wurmartigen Trauermückenlarven entwickeln.

Diese ernähren sich überwiegend aus den natürlichen Zersetzungsprodukten der Pflanzsubstrate, fressen aber auch gern junge Wurzeltriebe an. Besonders Jungpflanzen sind davon im Wachstum beeinträchtigt. Bei starkem Befall können aber sogar ältere Zimmer- und Zierpflanzen am Befall mit den Trauermückenlarven zugrunde gehen.

Nach bereits drei Tagen haben sich die Trauermückenlarven voll entwickelt und sind dann adulte Trauermücken, die sich wiederum vermehren können. Dadurch ist ohne Bekämpfung kaum davon auszugehen, dass die Schädlinge von selbst verschwinden und der Befall ohne Hilfsmittel gestoppt werden könnte.

Trauermücken bekämpfen

Grundsätzlich kommen drei Bekämpfungsarten in Frage. Hie runterscheiden wir zwischen

  1. biologischen Mitteln
  2. chemischen Mitteln und
  3. mechanischen Hilfen

Lassen wir die chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel weg, verbleiben biologische und mechanische Methoden, um Trauermücken bekämpfen zu können.

Biologische Mittel gegen Trauermücken

Hier empfehlen sich der Einsatz von

  1. Nematoden oder
  2. speziellen Bakterien
Trauermücke auf Blatt

Lästige Trauermücke

Ein völlig natürliches und bereits über viele Jahre erprobtes Mittel um Trauermücken bekämpfen zu können sind Nematoden. Nematoden sind winzig kleine Fadenwürmer, die in parasitärer Weise leben. Spezielle Nematoden sind in der Lage, Trauermückenlarven praktisch von innen heraus aufzufressen.

Dazu wird die spezielle Art Steinernema feltiae aus der Gruppe der SF-Nematoden in das Pflanzsubstrat eingebracht. In der Blumenerde finden die Fadenwürmer die Trauermückenlarven und fressen diese praktisch von innen auf. Damit wird auf natürliche Weise und dauerhaft wirkungsvoll der Vermehrungszyklus der Trauermücken unterbrochen. Allerdings sterben auch die Nematoden irgendwann ab und sollten dann neu eingesetzt werden.

Eine andere biologische Möglichkeit sind spezielle Bakterien, die von den Trauermückenlarven gefressen werden und dort ein Toxin entwickeln, dass die Larven tötet. Auch so lassen sich Trauermückenlarven bekämpfen.

Mechanische Mittel gegen Trauermücken

Wer zum Trauermücken bekämpfen nicht die kleinen biologischen Helfer einsetzen will, kann auch mechanische Methoden nutzen. Dazu zählen

  1. der Einsatz von Gelbtafeln oder Gelbstickern
  2. der Austausch des Planzensubstrates
  3. mechanische „Sperren“
  4. mehr Achtsamkeit beim Gießen

Gelbtafeln

Die klassischen Gelbtafeln lassen sich auch in Wohnbereichen einsetzen. Diese ziehen aufgrund ihrer Farbe und spezieller Duft- und Lockstoffe auch die Trauermücken an, die dann auf der klebrigen Oberfläche haftenbleiben. Allerdings lassen sich damit nur die ausgewachsenen Tiere bekämpfen, die nicht selten vorher noch ihre Eier im Substrat abgelegt haben, so dass dort der Wurzelfraß nicht eingedämmt wird.

Trockensubstrate und Sand

Eine weitere Möglichkeit zum Trauermücken bekämpfen ist der Austausch des Substrates. Dabei sollte die klassische Blumenerde durch völlig andere Substrate wie beispielsweise Blähton ersetzt werden. In solchen Ersatzsubstraten finden die Trauermückenlarven weder ausreichend Nahrung noch ein „gemütliches“ Zuhause.

Möglich ist es auch, den Befall mit den Schädlingen durch das Aufbringen einer Schicht Sand auf der Blumenerde zu verhindern. Dort legen die Trauermücken ihre Eier nicht ab. Denken Sie aber auch an die Bodenabzugslöcher der Blumentöpfe, da die Trauermücken ihre Eier auch von unten einbringen können.

Mit Strümpfen und weniger Gießen Trauermücken bekämpfen

Nicht schön aber wirkungsvoll sind feine Nylonstrümpfe, die von unten über den Topf gezogen werden und dann am Stamm der Pflanze festgebunden werden. Damit wird verhindert, dass die Weibchen ihre Eier in die Blumenerde ablegen können. Sieht nicht schön aus und hilft eben auch nur bedingt, da sich die Trauermückenweibchen dann eben andere Blumentöpfe zur Ablage ihrer Eier aussuchen.

Werden die oberen Schichten der Substrate trocken gehalten, legen dort die Trauermücken nur ungern ihre Eier ab, die ein feuchtes Bodenklima bevorzugen. Diesbezüglich darf erwähnt werden, dass die meisten Zimmerpflanzen ohnehin übergossen werden, so dass ein regelmäßiger Verzicht auf zuviel Gießen durchaus auch hilfreich beim Trauermücken bekämpfen sein kann.

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