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Die Gartensaison für Maulwurfe beginnt im Frühling

Der Maulwurf und der Hobbygärtner – es gibt immer zwei Sichtweisen

1. Der Maulwurf und der Hobbygärtner-

es gibt immer zwei Sichtweisen

Mit Beginn des Frühjahrs beginnt nicht nur für Hobby-Gärtner die Gartensaison, auch der Maulwurf nimmt seine Arbeit wieder auf und wirft die meist ungeliebten Maulwurfshügel auf. Und so ist der kleine Buddler bei Gärtnern und Landwirten nicht sonderlich beliebt. Tatsächlich sind Maulwürfe amüsante Kerlchen, deren Lebensweise und vor allem deren Nutzen die meisten nicht kennen. Das lässt sich ändern. Lernen Sie den Maulwurf kennen, erfahren Sie mehr über seine Lebensweise und seine Gewohnheiten und warum er unter Naturschutz steht. Zum Schluss gibt es einige Tipps, wie Sie Maulwürfe mit wenig und vor allem umweltfreundlichen Aufwand aus Ihrem Garten vertreiben, wenn Sie das dann noch wollen.

2. Der Maulwurf im Porträt: Eigenschaften, Ernährung und Fortpflanzung

Gartensaison für Maulwurf beginnt

Die Gartensaison für Maulwürfe
beginnt im Frühling!
©iStock/tchara

Sie sehen putzig aus, diese kleinen Kerlchen mit ihrem schwarzen bis schiefergrauen samtigen Fell. Maulwürfe sind Einzelgänger und verfügen über einen hervorragenden Geruchs- und Tastsinn, der sie unter anderem bei der Nahrungssuche unterstützt, was gleichermaßen für das außerordentliche Gehör gilt. Fällt eine Insektenlarve in einen Maulwurfsgang, empfindet der Insektenfresser dies als lautes Geräusch. In kürzester Zeit und blitzschnell bewegt er sich durch sein Tunnelsystem, um die Beute zu erreichen und zu verspeisen. Auch auf seine Nasentasthaare können sich Maulwürfe verlassen, die kleinste Erschütterungen wahrnehmen. Die Auflistung der Superlative ist noch nicht zu Ende. Um trotz des geringen Sauerstoffgehalts in seinem Tunnelsystem nicht nach Luft ringen zu müssen, hat das Blut von Maulwürfen einen sehr hohen Hämoglobingehalt, der eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff sicherstellt. Entgegen der allgemein landläufigen Meinung sind Maulwürfe nicht vollständig blind. Außerdem wird ihnen eine hohe Lernfähigkeit nachgesagt.

Bezüglich der Lebensweise sollten Hobby-Gärtner aufhorchen. Denn der Maulwurf ist auch ein Insektenfresser und ernährt sich vornehmlich von wirbellosen Tieren, zu denen unter anderem Schnecken, Insektenlarven und Regenwürmer gehören. Wie die meisten Insektenfresser sind Maulwürfe Einzelgänger. Man bekommt sie selten Gesicht, da sie nur nachts an die Oberfläche kommen, und auch nur dann, wenn die Nahrung knapp oder es sehr trocken ist. Da Maulwürfe überwiegend unter der Erde leben, halten sie auch keinen Winterschlaf. In einer Vorratskammer legen sie sich Vorräte an, um in den Wintermonaten über ausreichend Nahrung zu verfügen. Ein Maulwurf pflanzt sich nur einmal im Jahr fort, wobei die Paarungszeit in den Frühlingsmonaten liegt. Nach der Paarungszeit kommen in den Frühlingsmonaten ein bis neun Nachkommen auf die Welt. Meist verlassen die Jungtiere nach fünf Wochen das Nest. Die Lebenserwartung von Maulwürfen liegt zwischen drei und sechs Jahren.

3. Zu Besuch bei einem Maulwurf – ein Leben im Untergrund

Die Nahrungsgänge eines Maulwurfs

Die Nahrungsgänge eines Maulwurfs ©iStock/strickke

Maulwürfe sind großartige Baumeister. Ihr Tunnelsystem ist klug angelegt und besteht aus Oberflächengängen und tiefen Gängen. Die Oberflächengänge sind Nahrungsgänge, führen zu mindestens einer Vorratskammer und erreichen eine Tiefe von 10 bis 40 Zentimetern, während sich die tiefen Gänge mit den Nestern bis zu einem Meter unter der Erde befinden. Hier befindet sich der Nachwuchs. Das unterirdisch verzweigte Tunnelsystem kann bis zu 3.000 Quadratmetern betragen. Der Maulwurf setzt beim Graben sozusagen Bärenkräfte frei. Er drückt mit den Vorderfüßen, den sogenannten Grabschaufeln, die Erde haufenweise an die Oberfläche, wodurch die typischen Maulwurfshügel entstehen.

Die tiefen Gänge im Tunnelsystem eines Maulwurfs

Die tiefen Gänge im Tunnelsystem eines Maulwurfs ©iStock/plumbeer

Sein samtiges Fell ist ohne Strich, sodass sich ein Maulwurf schnell und ungehindert in seinem Tunnelsystem vorwärts und rückwärts bewegen kann. Die Augen der Maulwürfe sind winzig und befinden sich geschützt unter ihrem Fell. Auch die Gehörgänge sind durch Hautlappen bedeckt, wobei ein Maulwurf keine Ohrmuscheln besitzt. Um ungehindert graben zu können, werden Mund und Nase mit Hautfalten verschlossen, sodass keine Erde in sie eindringen kann. Mit den Grabschaufel und Körpereinsatz bewegt der Maulwurf bis zum 20fachen seines eigenen Körpergewichts. Ein Maulwurf folgt seiner inneren Uhr und gräbt in einem festen zeitlichen Rhythmus. Das sind meist die frühen Morgenstunden, in denen Maulwürfe etwa drei bis vier Stunden graben.

4. Warum der Maulwurf unter Naturschutz steht

Wer schon einmal einen Maulwurf als Gast in seinem Garten hatte, kennt die aufgeworfenen Maulwurfshügel, die allein der Grund sind, warum die kleinen Gesellen nicht immer beliebt sind. Wer in Versuchung kommt, ihm deshalb zu Leibe zu rücken, sollte vorsichtig sein. Denn Maulwürfe stehen unter Naturschutz, und das bereits seit 1988! Von Gesetzes wegen ist der Maulwurf also ausdrücklich geschützt und das bedeutet auch, dass er nicht gestört, nicht belästigt und erst recht nicht getötet werden darf!

Maulwurf steht unter Naturschutz

Der Maulwurf steht unter Naturschutz
©iStock/abadonian

Das sind die Gründe, warum der Maulwurf schützenswert ist? Anders als mancher Hobby-Gärtner glauben mag, stehen Maulwürfe unter Naturschutz, da sie in der Natur und im Garten wichtige Nützlinge sind. Sie lockern mit ihren Grabschaufeln den Boden ordentlich auf, was die Durchlüftung fördert. Tatsächlich fühlen sich Maulwürfe nur in gesunder Erde wohl. Sofern Sie also Maulwürfe in Ihrem Garten haben, ist das ein Zeichen für einen guten Boden, der ausreichend Nahrung für den Maulwurf bietet. Der Maulwurf wird dafür sorgen, dass Sie von einer möglichen Schneckenplage befreit werden, die auf seiner Speisekarte ganz oben stehen. Das gilt auch für Engerlinge und für Schnakenlarven, die er ebenfalls gern verspeist. Als Insektenfresser und Fleischfresser meidet er vegetarische Kost. Das bedeutet, dass er nicht für Schäden an Kartoffeln, an Möhren, Kräutern oder Salatwurzeln verantwortlich ist.

Wer einen natürlichen Garten bevorzugt, sollte sich deshalb über Maulwurfshügel freuen. Ein Maulwurf frisst nicht nur Schädlinge, sondern vertreibt auch Wühlmäuse und sorgt obendrein durch seine Grabungsarbeiten für eine ausreichende Durchlüftung des Bodens. Die aufgeworfene Erde können Sie zumindest teilweise entfernen und für die Anzucht von Setzlingen oder von Samen verwenden. Sie ist garantiert gesund, locker und frei von Zusatzstoffen.

5. Wer Jagd auf Maulwürfe macht, dem droht eine Strafe

Wer Maulwürfe jagt, macht sich strafbar!

Wer Maulwürfe jagt, macht sich strafbar! ©iStock/Talaj

Es ist nicht sinnvoll, scheinbare Plagegeister dadurch loszuwerden, dass man sie tötet, was übrigens auch für alle möglichen Krabbeltiere wie Spinnen und andere Insekten gilt. Weil es jedoch Menschen gibt, die das nicht einsehen wollen, gibt es Gesetze, die das Töten bestimmter Tiere ausdrücklich verbieten. Dazu gehört § 44 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz). Danach ist das Töten eines Maulwurfes seit dem 29. Juli 2009 verboten. Auch wenn er nicht vom Aussterben bedroht ist, gehört er doch zu den besonders geschützten Tierarten. Es ist nicht nur verboten, einen Maulwurf zu töten. Es ist auch verboten, ihn unnötig in seiner Lebensweise zu stören, was gleichermaßen für die Jagd gilt. Anders ausgedrückt: Wer einen Maulwurf jagt, fängt, verletzt oder tötet, macht sich strafbar. Das gilt auch für die Beschädigung oder Zerstörung seiner Ruhe- und Fortpflanzungsstätten. Die Strafe sind Bußgelder, die je nach Bundesland variieren und eine Größenordnung von bis zu 65.000 Euro erreichen können, wobei die meisten Bundesländer einen Spitzensatz von 50.000 Euro haben.

6. Wenn Maulwürfe zur Plage werden: Effektive und schonende Methoden für ihre Vertreibung

Bevor Sie einen Maulwurf vertreiben, sollten Sie auch den Nutzen dieses Tieres überdenken. Die Tagesration eines Maulwurfs an Schnecken, Insekten und anderen Kleintieren entspricht ungefähr seinem eigenen Körpergewicht, das bei rund 100 Gramm liegt. Das bedeutet, dass ein einziger Maulwurf locker im Jahr bis zu 37 Kilogramm Futtertiere – Insektenlarven, Regenwürmer, Schnecken und Engerlinge – vertilgt. Und vergessen Sie nicht, dass dort, wo sich ein Maulwurf aufhält, die Qualität der Erde sehr hochwertig ist.

Maulwurf und Regenwurm

Maulwurf und Regenwurm
©iStock/cirodelia

Wenn Sie als Hobby-Gärtner der Meinung sind, dass die Ästhetik Ihres Gartens durch Maulwurfshügel gestört wird, können Sie auf wirkungsvolle, aber harmlose Mittel zurückgreifen, um den Maulwurf aus Ihrem Garten zu vertreiben. Eine Variante ist, einen Sud aus Knoblauch, Holunder und Lebensbaumnadeln zuzubereiten und in kleinen Mengen in die Gänge zu träufeln. Sie können auch Holzpfähle in die Erdhaufen verbringen und regelmäßig dagegen klopfen. Aufgrund seiner empfindlichen Ohren wird sich der kleine Kerl gestört fühlen und bald das Weite suchen. Wirkungslos ist, wenn Sie die Maulwurfshügel immer wieder festklopfen. In kurzer Zeit wird der Maulwurf an anderer Stelle einen Erdhügel aufwerfen. Die Maulwurfshügel dienen der lebensnotwendigen Belüftung der unterirdischen Gänge, die notwendig ist, da der Maulwurf aufgrund seiner intensiven Verdauung und seines hohen Stoffwechsels vermehrt Kohlendioxid abgibt. Die beste Variante ist jedoch, sich mit dem kleinen Pelztier zu arrangieren. Denn eine Schneckenplage werden Sie mit ihm an Ihrer Seite nicht mehr erleben.

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