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Malve im Garten

Die Malve – Wilde Heilpflanze mit Blütenpracht

Kaum nähert sich der Sommer in leisen Schritten, fängt auch die Malve (im Lateinischen Malva sylvestris) zu blühen an. Sie erfreut uns mit ihren zarten Blütenköpfen, die Weiß-Rosa, Blau, Rosarot oder Violett leuchten und von farbintensiven Streifen durchzogen sind. Von Anfang Juni bis Mitte September hinterlässt sie auf diese Weise individuelle Farbtupfer im florierenden Grün und reckt ihren Kopf mit den Blüten durch ihren aufrecht wachsenden Stiel schön sichtbar in die Höhe. Erfahren Sie hier alles Wichtige über die wertvolle Heilpflanze.

1. Malven: Gewächse mit Geschichte

Malve im Garten

Die Malve bezaubert mit ihrer Blütenpracht (c) istockphoto.com/ iPandastudio

Die Malve entspringt einer eigenen Pflanzenordnung und einer großen Familie von Malvengewächsen – der Malvaceae – die ungefähr dreißig Arten umfasst. Ursprünglich kommt sie aus dem südlichen Eurasien, ist heute aber weit in Europa verbreitet. Ihre Geschichte geht zurück auf das Mittelalter und noch weiter bis in die Antike, denn schon damals bei den Römern und Griechen war sie ein fester Bestandteil jedes Medizinschränkchens und ein universal eingesetztes Heilmittel. Eine Gattung ist bis heute besonders präsent: Die der wilden Malve (Malva sylvestris), die im Volksmund auch große Käsepappel genannt wird, und der Wegmalve (Malva neglecta). Beide wachsen wild und machen es sich häufig an Hauswänden, Wegrändern, Hängen sowie Feldern gemütlich. Haben sie ein geeignetes Plätzchen gefunden, ankern sie mit einer spindelförmigen Wurzel und wachsen schließlich zwischen 15 und 140 Zentimeter in die Höhe. Man ordnet die Pflanze einem zwei- bis mehrjährigen Wachstum zu. Schön anzusehen sind die Blüten, die eine auffallende Maserung auf der Oberfläche tragen und mit vielen kleinen Blättchen ausgestattet sind. Ebenso zauberhaft sind die fast herzförmigen Blätter, die sich entlang des Stängels in die Höhe ranken.

2. Nützliche Eigenschaften der Malve: Natürliches Heilmittel gegen Entzündungen

Die Malve zählt zu den Heilpflanzen und hat eine lindernde Wirkung. Schon in der Antike wurde sie bei inneren und äußeren Beschwerden angewendet und beim Kurieren von Krankheiten genutzt. So braute man beispielsweise einen Trunk aus Malvenwurzeln, -samen und Malvenblättern mit Milch und Wein, um Erkrankungen der Lunge zu heilen oder bereitete einen Tee in Verbindung mit Fenchel und Anis zu. Zur Behandlung von Geschwüren wurde eine Mixtur aus Kraut und Samen mit Milch angesetzt. In heutiger Zeit ist das Wundermittel Malve leider ein klein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei ist sie ein Heilkraut gegen Husten, gereizte Schleimhäute, grippale Infekte und andere Beschwerden wie Entzündungen im Mund- und Rachenraum – oftmals wird dann ein Malventee mit frischen Malvenblüten verwendet. Außerdem hat die Malve einige wertvolle Inhaltsstoffe vorzuweisen: Die Schleimstoffe sowie die Gerbstoffe, Anthocyane (violett-blaue Farbstoffe) und ätherischen Öle, die in der Heilpflanze enthalten sind, wirken nämlich reizlindernd, antibakteriell und entzündungshemmend. Beliebt sind außerdem Kaltauszüge oder die äußere Anwendung in Form von Kompressen auf der Haut.

3. Einsatz im Garten: Malven pflanzen und pflegen

Der richtige Standort für die Malve 

Malve im Sonnenschein

Die Malve ist eine Sonnenanbeterin (c) istockphoto.com/swkunst

Sie haben Gefallen an der Wegmalve oder der wilden Malve gefunden? Werden Sie zum Hobbygärtner und pflanzen Sie mit ein wenig Geschick und Geduld Ihre eigene Malve an. Im Übrigen sind diese zwei Malven-Arten sehr genügsame und pflegeleichte Pflänzchen. Im Vorfeld gibt es trotzdem ein paar Dinge, die es zu beachten gilt: Am besten gefällt es der Heilpflanze an einem sonnigen bis vollsonnigen Standort, der windgeschützt ist und als Basis einen nährstoffreichen Boden hat. Im Idealfall ist dieser lehmig, kalkhaltig oder auch leicht sandig.

Malven gießen und düngen 

Säen Sie zwischen Mitte März und Mitte Mai die Samen aus und pflegen Sie sie mit einer regelmäßigen, aber sanften Wasserdusche. Nach etwa zehn bis vierzehn Tagen sollten sich die Keimlinge langsam zeigen. Generell ist die Malve eine Anbeterin konstant feuchter Erde, deren Oberfläche bereits leicht angetrocknet ist. Versorgen Sie die Malve daher in regelmäßigen Abständen, aber nicht übermäßig mit Wasser. Ganz wichtig: Das Wasser darf nur auf die Wurzelscheibe gegossen werden, ansonsten gehen die Malvenblüten unter dem Wasserdruck kaputt. Ein kleiner Tipp noch: Malven sind recht hungrige Pflanzen und erfreuen sich hin und wieder an organischem Dünger oder flüssigem Kräuterdünger. Dafür auf mineralischen Dünger verzichten, der schmeckt ihnen nicht besonders.

4. So kommt die Malve durch die kalte Jahreszeit

Nach der Blütezeit im Sommer und Frühherbst klopft auch schon der Winter an – höchste Zeit, Ihr Malven-Gewächs winterfest zu machen. Entfernen Sie zuerst die vertrockneten Stängel – dies kann man auch während der Hochsaison vorsichtig tun – und schneiden Sie die komplette Pflanze bis zum Boden zurück. Auch wenn die Malve sehr frostresistent ist (bis zu -28 Grad Celsius), sollte man sie vor dem Wintereinbruch schützen. Mit einer Schicht Herbstlaub oder Reisig oder eingewickelt in ein Stück Jute oder Vlies ist sie gewappnet. Gießen Sie die Pflanze an milden Wintertagen dennoch hin und wieder, da sie trotz Kälte zur Trockenheit neigt. Ist sie dann im Frühjahr aus dem Winterschlaf erwacht, empfiehlt es sich, die Pflanze umzutopfen und ihr einen kleinen Tapetenwechsel zu gönnen. Die umgepflanzte Malve wird dann für einige Tage geschont und in den Halbschatten gestellt. Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Garten für den Frühling vorbereiten.

5. Von Malven und deren Vermehrung

Sie wollen Ihre Malven-Familie weiter vergrößern? Sammeln Sie im Herbst die sogenannten Spaltfrüchte, die sich in den befruchteten Blütenständen der Malve befinden und jeweils zwölf Samen enthalten. Wenn diese sich Dunkelbraun bis Schwarz verfärbt haben, am besten die gesamte Samenkapsel entnehmen und in einer Tüte zerreiben, damit sie sich öffnet und das Saatgut freigibt. Sie finden übrigens auf mioone.de noch mehr Pflanzentipps. Und jetzt auf zum Gärtnern!

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