bclose
Eine Kamelie im Garten halten.

Kamelie: Edle Rose des Winters

Im 19. Jahrhundert setzten Alexandre Dumas und Guiseppe Verdi der Kamelie ( lat. Camilla japonica) mit dem Roman „Die Kameliendame“ und der Vertonung der Geschichte der tragisch endenden Kurtisane in der Oper „La Traviata“ ein kulturgeschichtliches Denkmal, das in der Botanik seinesgleichen sucht. Die Kamelie gehört zu den Kamelien (lat. Camelia) und ist eng mit dem Teestrauch verwandt. Beheimatet ist der Strauch mit den charakteristischen Blüten in Ostasien.

Eine Kamelie im Garten halten

Mit einer Kamelie haben Sie einen schönen Zierstrauch im Garten.

Mit der Kolonialisierung gelangte die Pflanze nach Europa. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfreuten sich Kamelien bereits großer Beliebtheit in königlichen und adligen Schlossgärten. Schon bald fand die Kamelie Eingang in bürgerliche Kreise und bürgerliche Gartenkunst. Im 19. Jahrhundert war der Höhepunkt ihrer Popularität erreicht. Wenn Sie heute Kamelien aus vergangenen Jahrhunderten sehen möchten, so können Sie das zum Beispiel in der Vila Nova de Gaia in Portugal, in Caserta in Italien oder in Dresden-Pillnitz in Deutschland. Die Kamelien in diesen Gärten stammen vermutlich aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Heute gibt es über 200 Arten und ca. 30.000 Sorten mit unterschiedlichen Blüten und Blättern sowie variierenden Wuchsformen und Wuchshöhen von 1,5 bis 6 Metern. Die Farbskala der Blüten reicht von weiß über rosa bis zu dunkelrot. Entgegen ihrem Ruf, ein überempfindliches Gewächs zu sein, lässt sich der Strauch hierzulande in wintermilden Regionen erfolgreich im Freien anpflanzen. Mit einem gewissen Maß an Sorgfalt und Pflege haben Sie mit einer „Rose des Winters“ bei der Gartengestaltung viel Freude. Worauf sollten Sie achten?

1. Welcher Standort ist geeignet?

Die Kamelie liebt hohe Feuchtigkeit und viel Niederschlag. Kalte Winde, winterliche Morgensonne und sommerliche Mittagssonne bekommen ihr weniger gut, daher ist ein halbschattiger Standort am Haus oder im Schutz von hohen Koniferen am besten. Die Kamelie kann Sonne gut vertragen, allerdings sollte man sie möglichst ab März daran gewöhnen. Auf plötzliche Hitze reagieren viele Arten und Sorten mit Sonnenbrand.

2. Welches Substrat ist am besten?

Kamelien mögen lockere, leicht saure Erdböden, die Sie mit verrottetem Laub, Kompost oder Rinden anreichern können. Wenn Sie möchten, können Sie anstatt Gartenerde auch fertige Moorbeeterde für Rhododendron und Erika aus dem Gartenhandel verwenden.

3. Wie sollte ich gießen?

Beim Gießen gibt es  – wie bei vielen anderen Pflanzen auch – keine Faustregel. Je nach Art, Sorte, Standort, Wachstum, Niederschlag und Sonneneinstrahlung benötigt die Kamelie mehr oder weniger viel Wasser. Während der Wachstumsphase von Frühjahr bis Herbst sollten Sie allerdings reichlich gießen. Bekommt die Pflanze in diesem Zeitraum nicht genügend Wasser, kann das zu Knospenverlust führen. Am liebsten mag die Kamelie enthärtetes Leitungswasser oder Regenwasser.

4. Wie sollte ich düngen?

Düngen Sie ausschließlich in der kurzen Phase des Triebwachstums von ca. Ende Mai bis Mitte Juli. Verwenden Sie einen handelsüblichen Rhododendrondünger in der Hälfte der angegebenen Konzentration. Kamelien in Töpfen können Sie bis Ende Juni mit einem stickstoffhaltigen Dünger und bis Juli mit einem alkalibetonten Dünger verwöhnen. Achten Sie darauf, dass Sie immer auf feuchtem Boden düngen und anschließend ausreichend wässern.

5. Wann pflanze ich Kamelien im Garten?

Mit einer Kamelie den Garten gestalten.

Es gibt über 200 Arten und 30.000 Sorten Kamelie. Nicht alle sind für europäische Gefilde geeignet, aber manche. ©istockphoto.com_Julia_Kuleshova)

Pflanzen Sie Kamelien nur im Frühjahr bis spätestens Juni, damit die Pflanze sicher einwurzeln kann.

6. Welcher Winterschutz ist geeignet?

Im Winter können Sie die Pflanze mit einer Mulchschicht, Tannenzweigen oder Schilfmatten schützen. Bitte verwenden Sie keine Plastikfolie. Um Winterschäden durch Ballentrockenheit zu vermeiden, sollten Sie die Kamelie bei längerem Frost ausgiebig wässern.

7. Wie halte ich Kamelien – im Topf oder im Kübel?

Kamelien lassen sich auch im Topf oder Kübel halten. Achten Sie darauf, dass das Gefäß nicht zu groß ist, damit es nicht zu Nässeschäden durch anhaltende Feuchtigkeit kommt und die Pflanze optimal einwurzeln kann. Wählen Sie ein Gefäß mit Füßen, damit die Feuchtigkeit ablaufen kann. Befüllen Sie den Topf oder den Kübel mit Substrat und Tonscherben. Topfen Sie die Kamelie bitte erst um, wenn sich an Wurzeln an der Oberfläche zeigen.

Kamelien im Topf oder im Kübel können lange Zeit im Freien bleiben. Erst wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, sollten Sie die Pflanze in eine geschützte Terrassenecke oder in ein kühles Winterquartier wie zum Beispiel eine Garage oder ein kühles Treppenhaus stellen. Gießen Sie die Pflanze auch im Winter!

8. Wo kann ich mich weiter informieren?

Im deutschsprachigen Raum ist die Deutsche Kameliengesellschaft e. V. der perfekte Ansprechpartner für Ihre Fragen rund um das Thema Kamelien!

No Comments

Comments are closed.