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Heckenpflanzen Garten

Heckenpflanzen

1. Heckenpflanzen

Anlegen, Pflege und Auswahl

Eine Heckenpflanze im Garten hat viele Vorteile. Zum einen schützt sie vor neugierigen Blicken der Nachbarn oder von Spaziergängern, zum anderen bietet sie Schatten,bringt Farbe in einen Wintergarten und bietet vielen Tieren Zuflucht. Bevor man jedoch eine Hecke anlegt, muss man sich zwischen den verschiedenen Arten entscheiden. Auch beim Einpflanzen gibt es ein paar Sachen zu beachten, die hier geklärt werden.

1. Welche Heckenarten gibt es?
1.1 Immergrüne Nadelhecken
1.2 Immergrüne Laubhecken

2. Dufthecken
2.1 Langsam wachsende Heckenpflanzen
2.2 Schnellwachsende Heckenpflanzen
2.3 Blütenhecken

3. Heckenpflanzen einpflanzen
3.1 Schritte beim Einpflanzen

4. Gestaltungselement: Hecke

5. Heckenpflanzen Pflege

2. Welche Heckenarten gibt es?

Hecke ist nicht gleich Hecke. An einer Formschnitthecke werden andere Ansprüche gestellt, als an einer frei wachsenden Blütenhecke. Ist es wichtig, dass die Hecke auch im Winter ihr Laub behält? Oder sollte sie wild und verspielt sein und möglichst vielen Nutztieren Schutz bieten? Hier finden Sie die wichtigsten Heckenarten, um sich besser entscheiden zu können!

Immergrüne Nadelhecken

immergrüne Heckenpflanzen

Immergrüne Heckenpflanzen sind auch im Winter noch schön grün.
©iStock.com/juras10

Diese Hecken heißen immergrün, da sie auch im Winter noch grün sind und somit einen schönen Akzent im weißen Garten setzen. Ein weiterer Vorteil dieser immergrünen Hecken ist, dass sie auch im Winter einen Sichtschutz vor neugierigen Nachbarn bieten. Außerdem bieten sie einen ganzjährigen Schutz vor Lärm- und Wind.

Die Pflanzzeit dieser Heckenart liegt zwischen August und September. Übrigens kann man auch Nadelbäume als Hecke umfunktionieren.

Die immergrünen Lieblingshecken der Deutschen bringen aber auch einige Probleme mit sich. An sonnigen Wintertagen verdunstet viel Wasser über die Pflanzen, die sie über den gefrorenen Boden nicht wieder aufnehmen können. Dann kommt es zur Frosttrocknis. Im Winter muss man zusätzlich darauf achten, dass Streusalz nicht zu nah an die Pflanzen kommt.

Der Lebensbaum (Thuja) gehört zu einer schnittempfindlichen Sorte, die nach einem zu starken Rückschnitt oft nicht mehr austreibt.

Beispiele für immergrüne Nadelhecken:

Lebensbaum (Thuja occidentalis, „Brabant“)
Blaue Scheinzypresse

 

Immergrüne Laubhecken

Bei den Laubhecken gibt es auch einige Hecken, die immergrün sind. Diese behalten ihr Laub so lange, bis der neue Austrieb kommt, sodass auch hier ein Sichtschutz im Winter gegeben ist.

Außerdem gibt es noch sommergrüne Heckenpflanzen. Diese haben nur im Frühjahr und im Sommer grüne Blätter. Im Herbst bekommen die Blätter eine rötliche Verfärbung.

Beispiele für immergrüne Laubhecken:

Glanzmispel „Camilvy“
Schwarzgrüner Liguster (Atrovirens)
Rotblättrige Berberitze (Berberis vulgaris)

 

Dufthecken

Heckenpflanzen Dufthecke Hagebutte

Einige Hecken geben einen angenehmen Duft von sich oder tragen Hagebutte.
©iStock.com/prill

 

Dufthecken setzen besondere Akzente im Garten. Sie passen zum Beispiel besonders gut in einen romantischen Garten.

Je nach Sorte verströmen Dufthecken zu verschiedenen Jahreszeiten ihren Duft, sodass mit der richtigen Planung ein duftender Garten über das ganze Jahr möglich ist. Jedoch sollte man beachten, dass dadurch auch mehr Insekten und (nützliche) Bienen angelockt werden.

Niedrige Lavendelhecken eignen sich auch zur Beeteinfassung. Zierquitten oder kleine Strauch-Rosen machen als Wegbegleitung oder Abgrenzung eine gute Figur. Wer mehr Sichtschutz benötigt, kann auf himmlisch duftenden Flieder zurückgreifen.

 

Beispiele für Dufthecken:

Weiße Rispen-Spiere
Duft-Schneeball (Viburnum farreri)
Wildrosenhecke

Langsam wachsende Heckenpflanzen

 

Diese Heckenpflanzen muss man nur einmal im Jahr schneiden. Je nach Standort wachsen diese Hecken ca. 30 cm im Jahr.

Für einen pflegeleichten Garten sind langsam wachsende Heckenpflanzen eine echte Arbeitserleichterung. Außerdem sind einheimische, langsam wachsende Pflanzen wie die Eibe ein Gewinn für die Natur und das Ökosystem.

Beispiele für langsam wachsende Heckenpflanzen:

Immergrüne Heckenkirsche
Eiben Hecken

Schnellwachsende Heckenpflanzen

 

Wer schnell einen guten Sichtschutz haben möchte, kann sich für schnellwachsende Hecken entscheiden, die mehr als 40 cm im Jahr wachsen. Diese muss öfters geschnitten werde, damit sie die perfekte Höhe beibehält und gut aussieht.

Bambus Hecke
Blutbuche
 

Blütenhecken

Blütenhecken Heckenpflanzen

Auch Heckenpflanzen mit Blüten gibt es, sodass der Garten farbenfroh wirkt.
©iStock.com/Licec

 

Neben Hecken, die einfach nur grün sind, gibt es auch Hecken, die Blüten tragen. Diese Blüten zeigen sich je nach Heckenart in unterschiedlichen Monaten. Daher unterscheidet man hier zwischen:

  • frühblühenden Hecken
  • sommerblühenden Hecken
  • herbstbühenden Hecken
  • winterblühenden Hecken

Den Garten kann man so gestalten, dass diese alle zu der gleichen Zeit mit der gleichen Farbe blühen, oder man pflanzt unterschiedliche Blütenhecken, die zu verschiedenen Zeiten blühen.

Bei dem Schnitt ist aufzupassen, dass bei der Hecke nicht zu viel abgeschnitten wird, da sonst mit weniger Knospen im Frühjahr zu rechnen ist.

Rhododendron-Hecken
Deutzie
Perlmuttstrauch

3. Heckenpflanzen einpflanzen

Die beste Zeit, um eine Hecke einzupflanzen, hängt von der Art der Pflanze ab. Für Laubhecken ist entweder der Frühjahr (März – April) oder die Herbstzeit (Oktober – November) die beste Zeit zum Einpflanzen. Für die Standortwahl gilt: die meisten Hecken fühlen sich im Halbschatten wohl.

 

Abstand halten

Heckenpflanzen einpflanzen Schnur

Damit die Hecken eine gerade Linie bilden, kann man sich eine Schnur zur Hilfe nehmen. ©iStock.com/LianeM

In Deutschland gibt es einen Mindestabstand zu dem Grundstück der Nachbarn, der eingehalten werden muss. Dies kann je nach Bundesland oder sogar Gemeinde unterschiedlich vereinbart sein, sodass man sich vor der Einpflanzung der Hecken darüber informieren sollte.

Grund für diese Regelung ist unter anderem, dass die Hecken Nährstoffe vom Boden nehmen, die für Pflanzen des Nachbars essenziell sein könnten bzw. auch die Hecke kann durch die Pflanzen der Nachbarn absterben. Dies kann auch passieren, wenn die Hecke zu nahe an einer Mauer gepflanzt wird. Auch mit dem Schatten der Hecke kann der Nachbar unzufrieden sein.

]In manchen Bundesländern ist keine Regelung vorgesehen. In diesem Fall sollte ein Abstand von ungefähr 50 cm zu der Grundstücksgrenze bei einer Hecke mit der Höhe von 2 m eingehalten werden. Wenn man höhere Hecken hat, sollte der Abstand zumindest 1 m betragen.

Schritte beim Einpflanzen

anleitung heckenpflanzen einpflanzen
  1.  Damit die Hecke gerade wird, sollte man bei langen Nachbarschaftsgrenzen eine Pflanzleine spannen. Diese wird mit einem Pflock an den jeweiligen Enden der Linie strammgezogen und im Boden verankert.
  2. Nun muss der Pflanzengraben ausgehoben werden und die Pflanze kann eingesetzt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Topfballen mit dem Boden abschließt. Dabei sollte die Breite mindestens 50 cm betragen. In die lockere Erde sollte Kompost eingearbeitet werden.
  3. Als Dünger kann man Hornspäne verwenden, die man einfach in den Boden einarbeitet. Später muss man die Hecken nicht mehr düngen.
  4. Zum Schluss muss nur noch der Wurzelbereich mit Rindenmulch abgedeckt werden. Dadurch behält der Boden seine Feuchtigkeit und Unkraut hat es schwer hindurchzukommen.

 

 

 

 

Der Oberboden, also die ersten 20 bis 30 cm des Bodens, sollten im ganzen Stück ausgehoben werden und gesondert aufgeschichtet werden. Wenn Sie die Erde um die Pflanze herum wieder auffüllen, können Sie so die ursprüngliche Schichtung wiederherstellen. Ihre Pflanzen werden sich schneller an die neue Umgebung gewöhnen können!

Bei besonders schweren Böden können Sie am Grund der Pflanzengrube eine Drainageschicht aus Kies oder Schotter einlassen. So kann sich keine Staunässe bilden, die den Wurzeln schaden würde.

4. Gestaltungselement: Hecke

Heckenpflanze Torbogen Tipps

Einen schönen Garteneingang mit einem Torbogen aus Heckenpflanzen. ©iStock.com/AndyRoland

Neben der verschiedenen Formschnitte kann man auch den Garteneingang besonders gestalten. Ein Heckenbogen hat nicht jeder Gärtner und er gibt dem Garten ein majestätisches Flair. Wenn man einen Eingang machen möchte, nachdem die Hecke bereits zugewachsen ist, entfernt man einfach ein paar Hecken im Herbst (vorausgesetzt dort befinden sich keine Nester mehr).

Für die Form kann eine Metallstange benutzt werden, die dann mit einer Kunststoffschnur an den Stämmen der nebenstehenden Hecke befestigt wird. Im Laufe des Jahres zieht man dann kräftige Triebe um die gebogene Metallstange.

Hier müssen die Triebe dann öfters etwas geschnitten werden. Sind die Enden zusammengewachsen, kann die Stange entfernt werden. Die Form wird dann durch einen regelmäßigen Schnitt in Form gehalten.

Solch ein Bogen lässt sich auch wunderbar mit Rosenhecken verwirklichen.

5. Wie sieht gute Heckenpflanzen Pflege aus?

Hecken sollten nur 1-2 mal im Jahr vor und in der Wachstumsphase gedüngt werden. Dies können Hornspäne, Kompost oder auch ein Gartendünger sein. Dankbar sind Hecken für eine Mulchdecke, wenn sie von keiner Krankheit befallen sind, reicht es schon, die abgefallenen Blätter einfach liegen zu lassen. In längeren Trockenphasen sollte ab und zu gewässert werden, wobei immergrüne Heckenarten weniger Wasser benötigen als Laub abwerfende.

Schnittzeit

Eine mehrjährige Hecke wird einmal Ende Juni, nachdem die Vögel zuende genistet haben, und bei Bedarf bis Ende August zum zweiten Mal geschnitten. Am besten schneidet man Hecken konisch, also unten breiter als oben, damit dder untere Triebbereich dicht bleibt.

Nadelgehölze werden meist nur einmal im Juli geschnitten. Schneiden Sie nicht mehr als 10 cm auf einmal ab. Damit der Schnitt gleichmäßig verläuft, können Sie eine Schnur spannen und sollten Ihr Werk alle paar Meter mit Abstand betrachten.

Das Schnittwerkzeug muss scharf sein, egal ob sie handbetriebene oder elektrische Heckenschere benutzen. Mehr Infos finden Sie in dem Artikel: „Heckenpflanzen – wie schneide und pflege ich eine Hecke richtig?„.

In der Zeit vom 01.03. bis 30.09. verbietet das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) das Schneiden von Hecken, lebenden Zäunen, Gebüschen und anderen Gehölzen. Das gilt aber nicht für schonende Form- und Pflegeschnitte. Diese dürfen auch im Sommer durchgeführt werden!

Gießen

An sehr heißen Tagen sollten die Heckenpflanzen gegossen werden. Immergrüne Heckenpflanzen müssen jedoch auch im Winter gegossen werden, da das gespeicherte Wasser im Winter verdunstet. Da der Boden eventuell gefroren ist, bekommt die Hecke dann nicht ausreichend Flüssigkeit.

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