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Tomaten pflanzen

Der große Tomatenratgeber


1. Der große Tomatenratger

Anbau, Sorten, Pflege

 

 

Frische, sonnengereifte Tomaten aus dem eigenen Garten sind unschlagbar im Geschmack. Sich um seine eigenen Pflanzen zu kümmern, sie beim Wachstum zu beobachten und dann die große Ernte zu feiern macht den Sommer zu einem Erlebnis!

In unserem großen Tomatenratgeber wollen wir einen umfassenden Überblick über die roten Paradiesäpfel geben – welche Sorten es gibt, wie man sie anbaut und pflegt, wie es auch im Balkon und im Kübel klappt und welche Leckereien man aus ihnen zaubern kann.

2. Welche Tomatensorten gibt es?

Es gibt über 2500 verschiedene Tomatensorten, wobei jedes Jahr neue Sorten durch Züchter hinzukommen. In der Datenbank von tomaten-atlas.de sind sogar über 5000 Sorten hinterlegt!  Die hohe Zahl mag erst einmal erschrecken, aber sie eröffnet auch viele Geschmackswelten. Es gibt weit mehr zu entdecken, als nur die üblichen Supermarktsorten!

Welche Sorten sind besonders gut?

Italienische Tomatensorten sind besonders beliebt. Kein Wunder, wenn man die köstliche Küche Italiens kennt. Aber auch andere Länder haben hervorragende Sorten produziert!

Die Ochsenherztomate wird gerne für insalata caprese oder für Soßen verwendet. Die große, bis zu 500 Gramm schwere Frucht ist nicht rund und glatt, sondern wie in Falten gelegt. Sie ist besonders fleischig und saftarm. Mit der Nachreife bekommen sie einen süßen, vollen Geschmack.

Die San-Marzano-Tomate wird auch als Flaschentomate bezeichnet, weil sie die Form einer Flasche hat! Diese Sorte ist besonders stark und resistent gegen übliche Tomatenkrankheiten. Sie stammt aus Italien und wird besonders gern als Salattomate oder für Tomatenmark verwendet.

Die Tomate Tigerella wurde in England gezüchtet. Sie zeichnet sich durch ihre helleren Streifen aus, die der Tomate ihr typisches Aussehen verleiht. Die Früchte sind mittelgroß und haben einen leckeren süß-sauren Geschmack. Sie wachsen im Freiland, im Gewächshaus und im Kübel.

Die Tomate Rio Grande, oder auch Pomodoro Rio Grande, stammt auch aus Italien. Die birnenförmigen, tiefroten Früchte strotzen typischen Krankheiten und Viren und gedeihen meist prächtig. Sie werden gerne für Tomatensoßen und Tomatensaft verwendet.

vier verschiedenen tomatensorten

Die Tomate Matina hat ihren Ursprung in Deutschland. Sie ist robust und besonders braunfäuleresistent. Die bis zu 200 Gramm schwere Frucht ist weich und mild im Geschmack.

Die Mexikanische Honigtomate verrät schon im Namen, woher sie kommt. Die runden, kleinen Früchte sind saftig und süß. Die Pflanze belohnt die Gärtner mit einem hohen Ertrag. Bis zu 15 Kilogramm Tomaten kann eine Pflanze hervorbringen!

Tomate Black Krim stammt aus der Ukraine und ist tiefrot, das manchmal fast schwarz wirkt. Sie ist leicht gerippt und köstlich süß und saftig. Man sollte die Black Krim gleich verzehren, weil sie eine Lagerung nicht gut übersteht.

Die Tomate Andenhorn stammt aus Südamerika und sieht ähnlich aus wie längliche Paprika. Sie gehört zu den beliebtesten Sorten, weshalb ihre Samen schnell ausverkauft sind. Das liegt an ihrem hervorragenden Geschmack!

verschiedene tomatensorten

Welche Sorten eignen sich für Anfänger?

Für Anfänger eignen sich besonders robuste Pflanzen. Tomaten keimen generell sehr leicht und die Anzucht unterscheidet sich nicht zwischen den verschiedenen Sorten. Deshalb keine Scheu, auch besondere Sorten auszuprobieren! Hier unsere Sorten-Tipps für Anfänger:

  • Diplom
  • Vitella
  • Phantasia
  • Bolzano
  • Romana
  • Bistro
  • Philovisto
  • Rubin Pearl
  • Luxor
  • Ruby Gold
  • Corazon
  • Balkonstar
  • Miniboy
  • Vilma

Welche Sorten sind besonders ertragreich?

Ertragreiche Pflanzen brauchen oft mehr Platz, um die viele Früchte zu tragen. Das sollte man in seiner Gartenplanung beachten!

Kirschtomaten

  • San Merzano
  • Paul Robeson
  • Besser
  • Red Grape
  • Sweet Million
  • Dasher
  • Red Robin
  • Barner Rose
  • German Gold
  • Cherokee Purple
  • Yellow Taxi
  • Sub Arctic Cherry

3. Wie pflanze ich Tomaten an?

Wenn man sich zwischen den vielen Tomatensorten entschieden hat, kann es an den Tomatenanbau gehen. Für den Tomatenanbau wird ein nährstoffreicher Boden im Garten benötigt. Außerdem sollte das Beet ausreichende groß sein.

Pro Quadratmeter sind 2-3 Pflanzen zu empfehlen. Tomaten können nur an sonnigen und warmen Plätzen im Garten gedeihen. Neben einen Tomatenanbau im Garten, kann man Tomaten auch in einem Hochbeet oder in einem Kübel pflanzen.

Tomaten Zucht: Wie trockne ich eigene Samen?

  1. Samen mit Tomatenfleisch aus reifer Tomate (Heirloom Pflanze oder bestäubte Pflanzen) herausholen und in einen Plastikbehälter mit lockerem Deckel geben, damit genug Luft rankommen kann. Dieses muss dann ein paar Tage drinnen bleiben.
  2. An einem warmen Ort hinstellen, wo keine direkte Sonneneinstrahlung vorherrscht.
  3. Jeden Tag sollte der Inhalt umgerührt werden. Mit der Zeit bildet sich eine weiße Schicht. Dann ist es an der Zeit die Samen herauszunehmen. Dabei sollte zuerst der gebildete Schimmel entfernt werden. Mit etwas Wasser kann die Masse verdünnt werden.
  4. Mit einem Sieb können nun die Samen von dem Tomatenfleisch getrennt und dann gründlich ausgewaschen werden.
  5. Zu allerletzt müssen die Samen getrocknet werden. Dazu legt man die Samen auf einen Teller oder auf Backpapier und lässt sie für mindestens 1 Woche trocknen.
wie man tomatensamen gewinnt

Eigene Tomatensamen gewinnen. © mioone.de

 

Wie pflanze ich Tomatensamen ein?

Nun kann es an das Einpflanzen der Tomatensamen gehen.

Tomaten einpflanzen Sonne

Keimende Tomatenpflanze an einen sonnigen Platz stellen. © mioone.de

  1. Bevor man die Tomatensamen in den Garten pflanzt, kann man sie bereits im Haus schon ca. 7 Wochen vor dem letzten Frost in einen Topf einpflanzen.
  2. Vorher sollte die Erde angegossen werden. Wenn sie nach ungefähr 5- 12 Tagen anfangen zu keimen, dann sollten sie an einen sonnigen Platz stehen.
  3. In der ersten Woche sollten die Tomatenpflanzen jeden Tag gegossen werden. Wenn Sprossen zu sehen sind, sollte die Wasserzugabe verringert werden.
  4. Nun heißt es die Tomaten zu pikieren. Das bedeutet jede einzelne Pflanze bekommt seinen eigenen Lebensraum bzw. wird in einen einzelnen kleinen Topf gesetzt. Zuerst wird hier der Boden aufgelockert und dann ein kleines Pflänzchen herausgenommen. Die längste Wurzel wird etwas abgeknipst und in die Erde getan. Dabei muss nur ein kleiner Teil aus der Erde herausgucken.
  5. Wenn sie 15 cm groß sind, dann können sie in den Garten oder in einen Kübel für die Terrasse gepflanzt werden. Die beste Zeit ist dafür nach den Eisheilligen (Mitte Mai), wenn die Temperaturen nicht unter 5 Grad sinken.

Wie muss die Bodenbeschaffenheit sein?

Bevor man den Boden für den Tomatenanbau vorbereitet, kann der pH-Wert mit einer Bodenanalyse getestet werden. Für Tomaten eignet sich besonders ein Wert von 6. Der Boden sollte mit Humus vorbereitet sein und gut durchlässig.

In den Boden kann man Blumenerde und Perlite mischen. Perlite lockern den Boden und die Wurzeln können sich besser ausbreiten und bleiben gesünder. Der Boden sollte mit Mulch überdeckt werden, damit das Wasser von der direkten Sonneneinstrahlung nicht verdunstet. Dazu eignet sich z. B. Stroh oder Rasenschnitt.

Wie pflanze ich Tomatenpflanzen ein?

Tomaten einpflanzen draußen Grafik

Ein Stab stützt die Pflanze beim Wachstum.© mioone.de

  1. Die Pflanze sollte ungefähr 50 cm tief in die Erde gepflanzt werden, sodass ¼ der Pflanze noch aus der Erde herausguckt. Die untersten Blätter sind dabei auf der Höhe des Bodens. Es ist jedoch auch nicht schlimm, wenn die unteren Blätter vergraben sind, da aus ihnen dann auch ein kräftiger Wurzelstamm entsteht.
  2. In das Loch wird noch Dünger mit wenig Stickstoff und mit viel Phosphat hinzugegeben.
  3. Als Stütze, an die sich die Tomatenpflanze entlang hangeln kann, dient ein Bambus oder ein Tomatengitter.
  4. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte ca. 60 cm betragen.
  5. Mit einem durchsichtigen Wellendach, können die Tomaten vor Regen geschützt werden. Andernfalls kann die Pflanze an der Kraut- und Braunfäule erkranken. Gegossen werden sollte sie auch nicht von oben, sondern immer direkt auf den Boden.

 

Tomatenpflanzen in Kübel

Pflanzt man den Tomatenstrauch in einen Kübel gibt es einige Sachen zu berücksichtigen.

  1. Der Kübel sollte nicht zu klein sein und mindestens 10 Liter betragen. Außerdem sollte der Kübel Abzugslöcher haben, damit keine Staunässe entsteht.
  2. Diese Abzugslöcher werden nun mit gewölbten Tonscheiben abgedeckt, sodass das Gießwasser später hier abfließen kann.
  3. Nun kann der Kübel vorsichtig mit der Blumenerde befüllt werden. Hierbei muss Blumenerde mit Sand gemischt werden. Ein Langzeitdünger entsteht durch das Hinzumischen von einer Handvoll Hornmehl und der doppelten Menge an Kalk.
  4. Ansonsten gelten die gleichen Bedingungen, wie beim Einpflanzen in den Garten im Freiland: sie sollten ausreichend tief eingepflanzt werden.
  5. Durch das Entfernen der untersten Blätter, wird das Faulen der Pflanze verhindert. Außerdem können die Triebe (Geiztriebe) in der Kniekehle der Tomatenpflanze per Hand entfernt werden (ausgeizen), damit die Tomaten ihren vollen Geschmack entfalten können.
  6. Durch Stroh auf der obersten Erdschicht wird das Verdunsten des Wassers durch die Sonnen verhindert.

4. Wie werden Tomaten gedüngt?

tomatenpflanze in erde mit dünger

Düngen sollte man Tomaten erst ab 15 Grad, da die Pflanzen dann die Nährstoffe erst aufnehmen können.

Der beste Dünger für Tomaten ist ein Kompost. Pro Quadratmeter können ca. vier Liter Kompost auf das Beet verteilt werden.

Da nicht jeder einen Komposthaufen hat, reicht auch Flüssigdünger aus dem Fachhandel. Wichtig ist, dass der Dünger genügend Stickstoff, Phosphor und Kaliumoxid enthält. Diese sind für folgende Teile der Pflanze essentiell:

Stickstoff: Für den allgemeinen Wachstum.

Phosphor: Für die Blüten- und Fruchtbildung.

Kaliumoxid: Für die Widerstandsfähigkeit und die Haltbarkeit der Frucht.

Auch Magnesiumoxid ist gut für die Farbe der Blätter.

Natürlicher Dünger für Tomaten

Kleingeschnittene Brennnesseln in einer Brühe können als Mulch genutzt werden. Dazu werden die Brennnesseln in einen Eimer gegeben und mit Wasser bedeckt. Dies wird jeden Tag einmal umgerührt. Bilden sich Bläschen und ist ein unangenehmer Geruch in der Luft, fängt es an zu gären.

Nun nach einer Woche kann die Mischung als Dünger verwendet werden. Sie geben der Tomatenpflanze vor allem den benötigten Stickstoff. Außerdem kann Kuhdung und Pferdemist verwendet werden.

Wann düngt man Tomaten?

Wenn die Samen auf der Fensterbank anfangen zu keimen, dann brauchen sie noch nicht gedüngt werden. Auch nachdem die Pflanzen ins Beet oder ins Gewächshaus umgezogen sind, sollte man nicht zu viel düngen. Lieber etwas weniger, als zu viel! Spätestens Mitte September benötigt die Pflanze keine weiteren Nährstoffe und Düngen wird überflüssig.

5. Tomaten Fruchtfolge

Tomaten gehören zu den starkzehrenden Pflanzen. Das bedeutet, dass sie viel Stickstoff benötigen. Dadurch werden dem Boden Nährstoffe entnommen. Aus diesem Grund sollten starkzehrende Pflanzen nicht unmittelbar aneinander gepflanzt werden.

In einem Tomatenbeet kann man eine Mischkultur mit Basilikum, Salate oder Lauch anpflanzen. Davon profitiert das ganze Gemüsebeet! Die Wurzeln des Basilikums vertragen sich sehr gut mit denen der Tomaten und helfen sich gegenseitig bei der Entwicklung. Salate und Lauch schützen die Tomatenpflanze vor Schädlingen.

Verträglichkeit anderer Pflanzen mit Tomaten

tomaten fruchtfolge 1

  • Buschbohnen
  • Basilikum
  • Salat
  • Lauch
  • Knoblauch
  • Knollensellerie
  • Kohl
  • Möhren
  • Paprika
  • Petersilie
  • Porree
  • Radieschen
  • Spargel
  • Spinat

6. Wie pflege ich meine Tomaten richtig?

Damit man große, leckere Tomaten ernten kann, ist die Pflege der Tomatenpflanzen essentiell. Dazu gehören das sogenannte Ausgeizen und das Gießen der Pflanze.

Tomaten ausgeizen

Tomaten ausgeizen

Zwischen dem Haupt- und Nebentrieb befinden sich die sogenannten Geiztriebe. © mioone.de

Damit die Pflanze kraftvolle und reichliche Tomaten bilden kann, lohnt es sich die Tomatenpflanze auszugeizen.

Das bedeutet, dass einige Triebe entfernt werden, sodass die Nährstoffe aus dem Boden direkt in die Frucht wandern und nicht zu überflüssigen Trieben.

Dazu bricht man die Geiztriebe (Nebentriebe) heraus. Diese sind an den Blatt-Achsen zu finden, also zwischen den Haupt- und Nebentrieben. Am besten man entfernt diese bereits, wenn die Pflanze noch jung ist.

Die „Wunde“, die durch das Entfernen des Triebes entstanden ist, muss nun abtrocknen. Dafür ist ein einer warmer und sonniger Platz zu empfehlen. Durch eine schnelle Heilung wird die Gefahr von Pflanzenerkrankungen gemindert. Das Ausgeizen wird regelmäßig betrieben, da sich immer mal wieder neue Geiztriebe bilden.

Das Ausgeizen gilt nur für Stabtomaten, die so gezüchtet wurden, dass sie in die Höhe wachsen. Buschtomaten sollte man nicht ausgeizen. Sie wachsen in die breite und brauchen keine extra Stütze.

Tipp Kuh

Wichtig: Nicht abschneiden, da sie sich sonst leichter mit Krankheiten infizieren kann. Ein Abknipsen mit den Fingern ist vollkommen in Ordnung.Mioone Tipp Kuh

Wiederverwertung von Geiztrieben

Die abgeschnittenen Geiztriebe können für eine Woche in ein Glas mit Wasser gestellt werden, sodass sich Wurzeln bilden. Diese kann man dann ins Beet einpflanzen und hat weitere Tomatenpflanzen.

Höhe begrenzen

Eine Tomatenpflanze sollte um die sechs Blütenstände haben. Sind es mehr, ist es zu empfehlen den Kopf der Tomatenpflanze abzuschneiden. Andernfalls kann die Tomatenpflanze aufgrund des Gewichts der Tomaten brechen. Man kann den Haupttrieb nach ungefähr 2,5 m kürzen.

Wie oft müssen Tomaten gegossen werden?

Tomatenpflanzen gießen Morgens

Tomatenpflanzen unten gießen. ©iStock.com/swkunst

Die Erde sollte nie komplett ausgetrocknet sein. Wenn der Sommer ungewöhnlich heiß ist, dann täglich gießen. Der beste Zeitpunkt am Tag ist der Morgen. Als Durchschnittswert kann pro Tomatenpflanzen 2 Liter Wasser in einer Woche genannt werden.

Hierbei sollte man darauf achten, dass nicht die Blätter, sondern wirklich die Erde begossen wird. Ein Mulch aus Stroh oder trocknen Blättern verhindert die schnelle Austrocknung der Erde.

Bei einem regnerischen Sommer ist ein Schutz, wie z. B. ein Wellendach, zu empfehlen. Dadurch platzen die Tomaten nicht auf und sie werden vor Kraut- und Knollenfäule geschützt. Der Boden sollte durchlässig sein, sodass keine Staunässe entsteht.

Zusammenfassung: Tomatenstrauchpflege

  1. Feststellen, ob die Tomatenpflanze zu den Stabtomaten oder zu den Buschtomaten gehört
  2. Pflanze auf Geiztriebe untersuchen und entfernen (meistens ab Juni bis ungefähr September)
  3. Geiztriebe entfernen, wenn sie um die 4 cm lang sind
  4. Einmal die Woche nach Geiztrieben überprüfen
  5. Gelbe Blätter entfernen
  6. Fast täglich gießen

7. Balkontomaten

Platz ist auf dem kleinsten Balkon. iStock/©Tiniiiii

Platz ist auf dem kleinsten Balkon. iStock/©Tiniiiii

Auf einem Südbalkon oder einer Dachterrasse können Sie köstliche Tomaten anpflanzen. Bei Temperaturen über 35 °C werden aber auch Tomatenpflanzen schlapp. Sie werfen dann ihre Blüten ab und das Wachstum stagniert.

Deshalb sollte man die Erde von Topfpflanzen mit einer Mulchschicht bedecken, damit sich die Erde nicht so erhitzt. Stellen Sie flache Schalen mit Wasser auf, um die Luftfeuchtigkeit für die Pflanzen zu verbessern.

Auch ein Sonnenschirm oder ein Sonnensegel kann an besonders heißen Tagen die Rettung für Tomatenpflanzen sein.

Tontopf oder Kunststoff für Tomatenpflanzen?

Tomaten ist es egal, ob sie in Terrakotta-Töpfen oder in Kunststoffeimern aufwachsen. Der große Vorteil von Kunststofftöpfen liegt im geringeren Gewicht des Gefäßes, und dass sie Feuchtigkeit länger halten. Außerdem sind sie etwas günstiger in der Anschaffung.

Tontöpfe sehen edler aus und passen gut in naturnahe Balkongärten. Sie sind durch das Gewicht standfester, aber gleichzeitig auch etwas unhandlicher. Nur bei einer guten Qualität sind die Tontöpfe auch frostfest.

Wie werden Balkontomaten ausgesät?

Fertige Jungpflanzen gibt es im Gartencenter. ©iStock/kav777

Fertige Jungpflanzen gibt es im Gartencenter. ©iStock/kav777

Tomaten können sie zusammen mit Auberginen und Paprika schon Anfang März unter Glas oder Plastikbehälter aussäen. Als Aufzuchtbecher eignet sich alles vom alten Joghurtbecher bis hin zum Tetra-Pak. Vergessen Sie nur nicht, Abzugslöcher hineinzubohren, um Staunässe zu vermeiden.

Anzuchterde sollte nährstoffarm sein. Das heißt, sie müssen die kleinen Keimlinge nicht düngen!

Nachdem Sie kleine Gefäße mit Erde gefüllt, angedrückt und etwas befeuchtet haben, können sie das Saatgut auslegen und dünn mit Erde bedecken.

Stehen die Pflanzen warm an der Fensterbank, werden sie in ein bis zwei Wochen keimen. Gießen Sie möglichst vormittags, damit die Pflänzchen tagsüber vom Wasser profitieren können.

Sämlinge vereinzeln

Genau wie bei den Tomaten für das Freiland, müssen die kleinen Keimlinge vereinzelt, d.h. pikiert werden. Entnehmen Sie die Keimlinge vorsichtig aus der Schale und ziehen sie sachte auseinander. Sind die Wurzeln länger als 5 cm, können Sie sie mit den Fingern abknipsen.

Die Pflanze kommt in den neuen Topf in ca. 5 cm Tiefe. Nun können Sie die Pflanze mit einer feinen Brause mit Wasser versorgen und an einen hellen Ort stellen (kein direktes Licht!).

Wie groß sollte ein Topf für Tomaten sein?

Damit die Tomaten sich voll entwickeln können, brauchen die meisten Sorten mindestens einen Kübel mit einem Volumen von 20 l.

Wildtomaten bilden die Ausnahme: die kleine Sorte braucht nur Töpfe mit 10 l Volumen.

Welche Tomatensorten eigenen sich für den Balkon?

Ganz am Anfang des Artikels haben wir bereits ein paar Sorten für den Balkon empfohlen. Wer nur eine kleine Fläche zur Verfügung hat, der ist mit Wildtomaten, Cocktailtomaten und Datteltomaten gut beraten.

Wildtomaten können sogar als Hängeampelpflanze gezogen werden. Ihre aromatischen Früchte sind zudem wenig anfällig für Braunfäule und sie fühlen sich auch in kleineren Kübeln (ab 10 l) wohl.

tomatensorten für den balkon

Cocktailtomaten kennt man von ihrem aromatischen Geschmack und ihren kleinen Früchten. Sie können auch im Topf über 2 m hoch werden und müssen gestützt werden. Außerdem muss man sie regelmäßig ausgeizen, sonst wächst sie schnell in die Breite.

Datteltomaten sind länglich, knackig und lecker süß-würzig. Die Früchte lassen sich gut über einen längeren Zeitraum lagern.

Keine Tomaten ohne Wasser

Da Pflanzen auf dem Balkon in Kübeln und Blumentöpfen stehen, sind sie auf regelmäßigen Wassernachschub angewiesen.

Eine Mulchschicht aus Stroh mildert die Überhitzung zwar etwas, trotzdem muss im Sommer jeden Tag gegossen werden. Am besten wird morgens oder abends gegossen, wenn die Mittagssonne nicht so stark brennt.

Wer viele Pflanzen auf dem Balkon hat, kann auf eine professionelle Tröpfchenbewässerung zurückgreifen. Gardena bietet Starter-Sets ab ca. 60 Euro an.

Für wenig Geld und Aufwand kann man aber auch einfach auf eine PET-Flasche zurückgreifen. Dazu wird die Pflanze zunächst bewässert. Eine PET-Flasche voll Wasser wird anschließend offen und mit dem Kopf zuerst in die Pflanzenerde gedrückt. Die Pflanze zieht sich über die nächsten Tage das Wasser aus der Flasche.

Wer sich neue Balkonkästen anschafft, kann direkt welche mit einem integrierten Wasserspeicher kaufen.

8. Tomaten Krankheiten

Auch wenn alles bei der Einpflanzung berücksichtigt wurde, was Standort, Pflege und Düngung angeht, kann die Tomatenpflanze Opfer von Pilzen oder Schädlingen werden. Nicht immer kann man dies verhindern.

Braunfäule

Tomaten Krankhieten Braunfäule Blätter

Braune Flecken deuten auf Braunfäule hin. ©iStock.com/VladTeodor

Eines der häufigsten Tomatenkrankheiten ist die Kraut- und Braunfäule. Diese Krankheit wird durch den Pilz Phytophthora infestan verursacht, der sich im Boden befindet und Feuchtigkeit und Nässe liebt. Durch starken Regen gelangen diese Pilze an die Blätter. Besonders Freilandtomaten sind betroffen.

Man erkennt eine betroffene Pflanze daran, dass an den Stängeln und Blättern braune Flecken zu sehen sind. Auf der Blattunterseite ist ein weißer Pilzrasen bei starker Feuchtigkeit zu beobachten. Im späteren Verlauf werden die Blätter dann vollkommen schwarz und welken letztendlich.

Vorbeugen der Tomatenkrankheit kann man, in dem man die Pflanzen ausreichend weit auseinanderpflanzt und nur den Boden der Pflanze gießt. Ein Abstand zwischen 60 und 100 cm wird empfohlen, sodass die Blätter abtrocknen können. Außerdem kann eine Überdachung der Freilandpflanzen sinnvoll sein.

Durch eine Schachtelhalmbrühe kann die Pflanze gestärkt werden. Dazu verwendet man Schachtelhalm (getrocknet 150 g; frisch: 1 kg) und mischt dies in einen 10 l Eimer Regenwasser. Nach 24 Stunden kann man diese Brühe 30 Minuten köcheln lassen. Nun muss es noch 1:5 verdünnt werden und die Pflanze kann damit bespritzt werden.

Sollte man bereits einzelne Blätter sehen, die mit dem Pilz befallen sind, dann unbedingt entfernen.

Dürrfleckenkrankheit

Dürrfleckenkrankheit Blatt

Braune Flecken bei der Dürrfleckenkrankheit.

Auch bei der Dürrfleckenkrankheit bilden sich braune und kreisförmige Flecken auf den Blättern und den Tomaten selbst. Außerdem ist das Fruchtfleisch faulig und weich. Die Blätter rollen sich ein und fallen dann ab. Hierfür ist der Pilz Alternaria solani verantwortlich, der sich durch den Wind verbreitet und in der Erde überdauert.

Hier sollten die geschädigten Blätter entfernt werden.

 

Tomaten Krankheiten echter Mehltau

Echter Mehltau ist durch den weißen Belag erkennbar.

Echter Mehltau

Wenn man auf seiner Tomatenpflanze einen mehligen und weißen Pilzbelag feststellt, dann hat die Pflanze den Pilz Echter Meltau. Mit der Zeit werden die Blätter gelb-braun und vertrocknen. Ist eine Pflanze davon betroffen, muss diese leider aus dem Tomatenbeet entfernt werden.

 
 
 
 

Grauschimmel

Grauschimmel Tomaten Krankheit Frucht

Tomaten Krankheit: Grauschimmel

Hier kann die ganze Pflanze absterben. Die Tomatenpflanze ist befallen, wenn graue Flecken auf dem Stiel oder den Blättern zu beobachten sind. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit bildet sich ein grauer Sporenrasen auf der Pflanze. Die Tomaten sollten nicht mehr gegessen werden. Wird die Krankheit nicht frühzeitig erkannt und die betroffenen Stängel abgeschnitten, kann die Pflanze absterben.

Hier gilt es, mit ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen vorzubeugen.

Blütenendfäule

Tomaten Krankheit Blütenendfäule Tomate

Blütenendfäule ist ein oft vorkommende Tomatenkrankheit.

Blütenendfäule ist das Ergebnis von Nährstoffmangel von Kalzium. Man erkennt diese Fäule daran, dass die Tomatenfrucht an der Blütenansatzstelle einen großen braunen und wässrigen Fleck aufweist. Mit der Zeit trocknet diese Stelle aus. Junge Blätter reifen nicht weiter aus.

Man sollte prüfen, ob die Pflanze genug Nährstoffe bekommen hat. Die Wasserversorgung sollte auch überprüft werden. Der Pflanze kann dann ein Dünger mit Kalzium verabreicht werden.

Die befallenen Tomaten kann man trotzdem essen, indem man die braunen Flecken einfach herausschneidet.

Sonnenbrand der Blätter

Sonnenbrand Tomatenpflanze Blatt

Bei einem Sonnenbrand bekommt die Tomatenpflanze hellere Flecken.

Werden junge Tomatenpflanzen aus den Töpfen in den Garten gepflanzt und direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt, können sie einen Sonnenbrand bekommen. Das bedeutet, dass die Blätter heller bzw. weiß werden. Tomatenpflanzen mögen zwar die Sonne, müssen jedoch auch erst daran gewöhnt werden. Meistens erholen sich die Pflanzen aber leicht wieder von so einem Brand.

 
 

Wurzelkrankheiten

wurzelkrankheit Tomate welken

Welke Tomaten als Hinweis auf die Korkwurzelerkrankung. ©iStock.com/akiyoko

Es gibt verschiedene Wurzelkrankheiten, die die Tomate befallen können. Zu den Krankheiten gehören die Fusarium-Welke, die Verticillium-Welke und die Korkwurzelkrankheit.

Anzeichen für eine Korkwurzelerkrankung können sein, dass die Pflanze anfängt zu welken und nicht weiter wächst. Die Wurzeln zeigen Risse und haben eine korkartige Substanz, die man teilweise in der Hand zerbröseln kann.

Bei der Fusarium-Welke dringt bei erhöhter Temperatur ein Erreger in die Wurzeln hinein. Die Pflanze verwelkt.

Bei der Verticillium-Welke wird der Stängel grau, wenn der Pilz in die Wurzeln eingetreten ist. Die Blätter fangen an zu welken. Die Pflanze trägt nur sehr wenige bis gar keine Früchte.

9. Tomaten Schädlinge

Blattläuse

Tomaten Schädling Blattlaus bild

Ein Schädling der Tomate ist die Blattlaus. ©iStock.com/WebSubstance

Blattläuse sind vor allem an jungen Pflanzen zu finden. Durch die Blattläuse werden die Blätter eingerollt oder haben Blasen auf der Oberseite. Die Triebspitze wird gekrümmt. Außerdem können sie Viren übertragen.

Natürliche Feinde der Blattlaus sind Marienkäfer, Ohrwürmer und Schlupfwespen. Wenn man es schafft, dass sich diese Tiere im Tomatenbeet wohlfühlen, haben die Blattläuse keine Chance.

Außerdem sollte man die Tomatenpflanze nicht überdüngen, da dies die Pflanze schwächen kann. Die Luftzirkulation und damit auch die Pflanzabstände sollten eingehalten werden.

Man kann die Blattlaus mit natürlichen Mitteln, wie Rhabarberblättertee, Milch-Wasser-Gemisch oder Wermuttee bekämpfen. Auch eine Entfernung mit der Hand ist möglich, dann sind aber Handschuhe zu empfehlen.

Spinnmilben

Man erkennt einen Befall der Tomate durch Spinnmilben, wenn auf den Blättern gelbe Punkte zu sehen sind. Hier kann man Raubmilben oder Räuberischen Gallmücken zur Bekämpfung einsetzen.

Weiße Fliege

Tomaten Schädling weiße Fliege blatt

Die weiße Fliege ist für klebrige Flecken verantwortlich. ©iStock.com/Meplezii_Ck

Diese 2-3 mm großen Mottenschuldläuse, kann man besonders auf der Blattunterseite erkennen. Die Blätter weisen gelbe Flecken auf und sind klebrig.

Diese können mit Schlupfwespen bekämpft werden. Als Pflanzenschutzmittel kann eine Kaliseife oder Bio Insekten-frei Neem benutzt werden.

10. Tomaten Lagerung

Tomaten Lagerung Apfel

Tomaten reifen schneller nach, wenn man sie mit Äpfel zusammenlagert. ©iStock.com/hutale

Wenn die Temperaturen sinken, dann werden die Tomaten wahrscheinlich nicht mehr reif. Da grüne Tomaten Solanin enthalten und giftig sind, sollten die Tomaten vor dem Verzehr vollständig rot sein.

Man kann sie dazu nachreifen lassen. Dafür wickelt man die Tomaten einfach in Zeitungspapier und legt sie in einem Raum mit einer ungefähren Temperatur von 20 Grad. Schon nach einigen Tagen sind die Tomaten rot.

Legt man einen Apfel daneben, können sie sogar noch schneller nachreifen aufgrund des Reifegases des Apfels. Man kann hierfür einen Karton nehmen und die untere Schicht mit Äpfeln auslegen. Darüber kommt dann eine Schicht mit Tomaten. Über die Tomaten wird dann noch Zeitungspapier verlegt.

Man kann aber auch gleich die ganze Pflanze nehmen und kopfüber im warmen Keller (Heizungskeller) aufhängen.

Nach der Ernte: Aufpassen bei der Lagerung

Tomaten Lagerung Ernte

Bei der Lagerung der geernteten Tomaten gibt es ein paar Sachen zu berücksichtigen.

Bei der Lagerung kann man einiges falsch machen. So sollten Tomaten nicht im Kühlschrank gelagert werden, da sie dann ihren typischen Geschmack verlieren.

Außerdem sollten sie nicht mit anderen Gemüse- und Obstsorten zusammen gelagert werden, da dann die umgehenden Früchte schneller faulen. Grund hierfür ist das Gas Ethylen, welches Tomaten freisetzen.

Tipp Kuh

Möchte man hingegen, dass z. B. eine Kiwi schneller reift, kann man einfach eine Tomate danebenlegen. Man muss dann aber den perfekten Moment abpassen, sodass diese nicht ungenießbar wird.Mioone Tipp Kuh

Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass man die Tomaten nach dem Pflücken auf ein weiches Tuch legt, sodass keine Druckstellen entstehen. Der Platz der Lagerung sollte möglichst luftig sein.

Wenn man die Tomaten mit dem Stängel und dem Blütenansatz aufbewahrt, halten sie sich länger. Allgemein halten sich reife Tomaten bis zu 5 Tage.

Möchte man auch noch im Winter Freunde von seinen eigenen geernteten Tomaten haben, kann man sie sehr gut in Form einer Suppe oder einer Soße einfrieren.

 
 
 
 
 
 

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