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Bodenanalyse im Garten

1. Bodenanalyse im Garten

Übertriebener Aufwand oder notwendige Maßnahme?

Ein üppiges Blütenmeer, gesunde Stauden und fruchtbare Beete sind der Traum jedes stolzen Gartenbesitzers. Wenn die Pflanzen und Blumen trotz guter Standorte in voller Sonne, liebevoller Pflege und ausreichender Versorgung mit Wasser und Dünger nicht so recht wachsen wollen, hängt dies mit der Qualität des Bodens zusammen.

Mit einer Bodenanalyse Garten und Grünflächen zu optimieren, bringt zahlreiche Vorteile für das Wachstum von Zier- und Nutzpflanzen und sorgt für eine bunte Blütenpracht. Eine umfassende Analyse des Nährstoffgehalts im Boden wird vom Fachmann im Labor durchgeführt. Schnelltests für zuhause ermöglichen leidenschaftlichen Hobbygärtnern, die chemische Beschaffenheit ihres Gartenbodens regelmäßig selbst zu ermitteln.

2. Bodenanalyse statt schädlicher Überdüngung

sack mit bodendünger

Man kann seinen Boden auch kaputt düngen.
©iStock/Egilshay

Die chemische Zusammensetzung des Bodens entscheidet über die Versorgung der Pflanzen mit den Nährstoffen, die sie für ein gesundes und kräftiges Wachstum benötigen. Fehlen ihnen die wichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente, wachsen sie langsamer und sind für Viren und Schädlinge deutlich anfälliger. Wenn verkümmerte Stängel, ausbleibende Blüte oder Verfärbungen der Blätter die Freude am eigenen grünen Paradies trüben, greifen viele Gartenbesitzer verzweifelt zu teurem Pflanzendünger.

Die Zuabe von Düngemitteln kann das Problem jedoch nur vorübergehend beseitigen oder sogar das Gegenteil des gewünschten Ergebnisses erzielen. Kommt es durch die Anwendung von Pflanzendüngern nämlich zu einer Über- oder Falschdosierung von Nährstoffen, reagieren viele Pflanzen mit ähnlichen Symptomen wie bei Mangel an diesen lebensnotwendigen Substanzen. Überschüssige Mineralstoffe und Spurenelemente können von den Pflanzen nicht mehr aufgenommen werden und reichern sich im Boden an, wo sie das chemische Gleichgewicht langfristig stören, das Pflanzengewebe schwächen und zu einer Belastung des Grundwassers führen.

Um das Problem ausbleibenden Pflanzenwachstums buchstäblich an der Wurzel zu packen, muss daher eine Bodenanalyse im Garten durchgeführt werden, um die Zusammensetzung und Nährstoffkonzentration in der Erde genau zu definieren und gezielte Maßnahmen zur Stabilisierung des chemischen Gleichgewichts setzen zu können.

3. Sinn einer Bodenanalyse im Garten

Im Zuge einer chemischen Untersuchung der Bodenbeschaffenheit wird die Konzentration jener Nährstoffe gemessen, die für einen üppigen Pflanzenwuchs und eine leuchtende Blütenpracht unentbehrlich sind. Eine Bodenanalyse ist insbesondere für Gärten zu empfehlen, die neu angelegt werden. Sowohl naturbelassene als auch frisch aufgeschüttete Böden weisen oft ein Defizit an Nährstoffen, Humus oder Kalk auf, dem durch die genaue Untersuchung der chemischen Zusammensetzung wirksam vorgebeugt werden kann.

Um für üppige Blüte und erfolgreich kultivierte Nutzpflanzen zu sorgen, sollte die Bodenanalyse des Gartens zunächst alle zwei Jahre, später alle vier bis fünf Jahre wiederholt werden. Idealerweise werden die Bodenproben zu Beginn der Pflanzzeit im Frühling entnommen, alternativ bietet sich auch das Saisonende im Herbst an. Die wichtigsten chemischen Elemente, die in einem gesunden Boden in hohen Mengen vorhanden sein müssen und in der jeder Bodenanalyse ermittelt werden, sind folgende:

  • Stickstoff (N)
  • Phosphor (P)
  • Kalium (K)
  • Magnesium (Mg)
In geringer Dosierung nehmen die Pflanzen auch folgende Spurenelemente auf, um sich voll entwickeln zu können:

  • Schwefel (S)
  • Mangan (Mn)
  • Eisen (Fe)
  • Chlor (Cl)
  • Zink (Zn)
  • Kupfer (Cu)
  • Molybdän (Mo)
  • Bor (B)
pflanze in petrischale

Gründliche Bodenanalyse ©iStock/Elenathewise

Diese sind in unterschiedlicher Konzentration und Kombination in Düngemitteln enthalten. Wird der Bedarf im Zuge der chemischen Untersuchung genau definiert, kann es durch darauf abgestimmte Düngergaben nicht zu einer Falsch- oder Überdosierung kommen. Nicht nur im Handel erhältlicher Mineraldünger enthält die benötigten Nährstoffe, oft reichen schon regelmäßige Gaben von Kompost, Mist oder Asche aus, um ein stabiles chemisches Gleichgewicht herzustellen. Darüber hinaus sind die Schwere und Art sowie der richtige pH-Wert des Bodens entscheidend, um eine optimale Resorption dieser Nährstoffe zu gewährleisten.

Mineralstoffe und Spurenelemente sind für die Pflanzen am besten verfügbar, wenn der pH-Wert zwischen sechs und sieben liegt und der Boden eine ausgeglichene Mischung unterschiedlicher Stoffe wie Humus, Sand oder Ton darstellt. Daher wird auch die Art des Bodens im Zuge jeder Gartenanalyse ermittelt. Anhand der Ergebnisse dieser Analyse lässt sich dann der genaue Bedarf an Nährstoffen ableiten.

4. Entnahme der Bodenproben

Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erzielen, muss eine einheitliche Probe vorliegen, die unterschiedlichen Einheiten entnommen wurde und den gesamten Garten repräsentiert. Fachleute empfehlen, etwa zehn Proben aus folgenden Nutzungsformen zu entnehmen:

Bodenproben



Da der Nähstoffentzug in Gemüsebeeten und Rasenflächen deutlich höher ist als in Ziergärten, sollte der dortige Boden öfter analysiert werden. Aus intensiv beanspruchten Flächen werden am besten Proben aus einer Tiefe von 20 bis 25 Zentimetern, aus Flächen mit winterharten und mehrjährigen Stauden und Dauergehölzen aus etwa 90 Zentimetern Tiefe mit einem Spaten oder einem speziellen Bohrstock entnommen.

Pro Fläche sollten etwa zehn Einzelproben in einem Eimer vermischt und davon etwa ein halbes Kilogramm in einen mit Datum, Bodentiefe und Nutzungsart beschrifteten Folienbeutel gefüllt werden, der dann zur Analyse ins Labor geschickt wird. Um das Gesamtergebnis nicht zu verfälschen, müssen Proben aus Moorbeeten immer getrennt abgefüllt und untersucht werden.

Analyse durch den Profi oder selber durchführen?

Gärtner im Garten

Guter Boden – glücklicher Gärtner ©iStock/AlexRaths

Um eine detaillierte Düngeempfehlung von einem Fachmann zu erhalten, müssen die Proben in ein Labor geschickt und dort untersucht werden. Solche Laboranalysen kosten in der Regel zwischen vierzig und fünfzig Euro und liefern innerhalb von vierzehn Tagen ein Ergebnis. Günstige Angebote finden Hobbygärtner bei den Landeswirtschaftskammern, einigen technischen Universitäten und bei den Raiffeisenservices. Gartencenter sind ebenfalls Ansprechpartner, denn viele von ihnen bieten im Frühjahr kostenlose Bodenuntersuchungen an.

Eine professionell durchgeführte Analyse ist vor allem bei einer Neuanlage sehr zu empfehlen, um einen detaillierten Überblick über das Potential des zukünftigen Gartens zu erhalten. Um regelmäßig die Beschaffenheit des Bodens zu überprüfen, sind im Handel erhältliche Bodenanalyse-Sets sinnvoll, mit denen der pH-Wert und der Nitratgehalt ermittelt werden.

Mit dem Ergebnis der Analyse lässt sich dann berechnen, welche Pflanzen an der entsprechenden Stelle gut wachsen und welchen Dünger sie in welchen Mengen benötigen. Ob vom Fachmann oder selber durchgeführt, mit regelmäßigen Bodenanalysen wird der Traum vom bunten Gartenparadies endlich Realität.

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