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Blaustern

Blaustern: Charmanter Frühjahrsbote

Wenn sich der Winter langsam verabschiedet und sich der Frühling sacht ankündigt, bezaubert der Blaustern – lat. Scilla–  das in der dunklen Jahreszeit farbentwöhnte Auge. Grazil stecken die zarten Pflanzen, die zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) gehören und mitunter auch unter dem Namen „Sternhyazinthen“ firmieren, von Februar bis Mai die violett-blauen bis weißen Blüten in die Höhe. Die Scilla ist eine sogenannte submediterrane Pflanze, die vom nördlichen Mittelmeer bis in den Norden und im Osten bis nach Kleinasien und zum Kaukasus vorkommt.

In Deutschland wachsen Blausterne vor allem an der Donau und Rhein sowie den Nebenflüssen und in bodenfeuchten Laubmischwäldern im Pfälzerwald und auf dem Hardt. Mit viel Glück treten sie in Wäldern und auf Wiesen sogar als farbenprächtige Blütenmeere aus Tausenden Blüten auf. In Südfinnland ist diese Erscheinungsform des Blausterns recht verbreitet. Hier ist seit dem 19. Jahrhundert besonders der Sibirische Blaustern (Scilla sibirica) etabliert und hat sich seither in der Nähe von Wohngebieten stark verbreitet. Im Frühjahr können sich die Anwohnerinnen und Anwohner über prächtige Blütenteppiche in der Umgebung freuen.

Blausterne im Garten

Mit Blausternen haben Sie zu Frühjahrsbeginn Farbe im Garten. (©istockphoto.com_Eerik)

Allerdings ist der Blaustern nicht ganz so unbedarft wie die kleine, hübsche Blume erscheint. Ihr Name ist von der antiken Göttin „Skylla“ abgeleitet, die der griechischen Mythologie zufolge in ein furchteinflößendes Meeresungeheuer mit großem Appetit für Seefahrer – darunter sechs Gefährten des Odysseus – verwandelt wurde. Zum mythologisch aufgeladenen Namen passt der Umstand, dass alle Scilla-Arten und Sorten giftig sind. Die in der Pflanze enthaltenen Saponine können bei Hautkontakt Entzündungen auslösen. Der Verzehr der kleinen Zwiebeln kann zu Vergiftungserscheinungen bis zu Herzrhythmusstörungen führen. Tragen Sie daher beim Arbeiten mit Blaustern bitte immer Handschuhe!

Hierzulande sind der zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia) und der Sibirische Blaustern (Scilla sibirica) bei der Gartengestaltung besonders verbreitet. Der Peruanische Blaustern (Scilla peruviana) ist nicht winterhart, blüht dafür aber sehr schön im Winter auf der halbschattigen Fensterbank.

1. Wann blühen Blausterne?

Zweiblättriger Blaustern blüht von März bis April. Der Sibirische Blaustern ist etwas früher dran. Er blüht von Februar bis März.

2. Wie pflanze ich Blausterne?

Blausterne sind Zwiebelpflanzen und sollten im Oktober oder im November gepflanzt werden. Graben Sie dazu in einem Abstand von 10 cm Löcher mit einer Tiefe von 8-10 cm. Geben Sie die Zwiebeln mit aufwärts gerichteter Spitze in die Löcher und füllen Sie anschließend mit dem Aushub auf. Für eine initiale Düngung können Sie die Erde mit Humus und Hornspänen anreichern.

3. Wo sollte ich Blausterne pflanzen?

Blausterne mögen sonnige und halbschattige Standorte im Beet oder im Topf oder Kasten. Außerdem eignet sich Blaustern sich sehr gut zur Unterpflanzung von Laubhölzern, wo er sich mit etwas Glück mit der Bildung von Brutzwiebeln und Selbstaussaat ausbreitet und im Frühjahr das menschliche Auge mit blauen Blütenmeeren verzaubert.

Blausterne gedeihen besonders gut in nährstoffreichen, frisch-feuchten Böden. Übermäßige Feuchtigkeit bekommen den Zwiebeln hingegen nicht.

4. Wie sollte ich Blausterne gießen?

Blaustern

Blausterne erfreuen das Auge im Frühjahr. ((©istockphoto.com_Eerik)

Sollte es über längere Zeit nicht regnen, können Sie die Blausterne gießen. Bei einer längeren Trockenphase sollten Sie Blausterne regelmäßig gießen.

5. Wie sollte ich Blaustern pflegen?

Der Blaustern ist eine genügsame Pflanze, die kaum Pflege benötigt. Eine einmalige Düngung ist in der Regel ausreichend.

In der Blütezeit sollten Sie welke Blütenstände zeitnah bis knapp über den Blättern abschneiden. Damit verhindert Sie auch eine unerwünschte Selbstaussaat über die Kapselfrüchte. Die grünen Blätter sollten Sie erst entfernen, wenn sie vergilbt sind. Nur dann sind ausreichend Nährstoffe für die nächste Blütezeit in der Zwiebel eingelagert.

6. Wie lässt sich Blaustern überwintern?

Die meisten Blaustern-Arten sind winterhart. Wenn Sie die Blausterne im Herbst neu gepflanzt haben oder die Winter in Ihrer Region besonders rau sind, können Sie die Pflanzen mit einer Schicht Laub schützen. Entfernen Sie in diesem Fall das Laub im Frühjahr, damit die Blausterne ungehindert austreiben können!

7. Wie lassen sich Blausterne vermehren?

Blausterne vermehren sich gut durch Selbstaussaat. Beim Entstehen der schönen Blütenmeere sind Ameisen nicht ganz unschuldig. Sie schleppen die nährstoffreichen Anhängsel der Blausternsamen in ihre Bauten und verbreiten so die Pflanze.

Für eine händische Vermehrung – oder eine Umsiedlung – können Sie die Tochterzwiebeln im Sommer ausgraben und im Herbst einpflanzen. Nach Möglichkeit sollten Sie die Zwiebeln nicht lange lagern, da sie sonst vertrocknen.

TIPP: Verzweifeln Sie nicht, wenn das Blütenmeer im Garten auf sich warten lässt. Blütenteppiche aus Blausternchen brauchen mitunter recht lange, bis sie in aller Pracht erblühen. In der Zwischenzeit können Sie nach weiteren Pflegetipps in unserem Pflanzen Ratgeber schauen und Ihren Garten mit weiteren Blumen verschönern.

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