bclose
Die Blätter des Bambus leuchten meist hellgrün bis dunkelgrün.

Bambus: Das immergrüne Allroundtalent

Das Markenzeichen des Bambus: Die meterhohen Halme, die aufrecht in die Höhe ragen. Nicht nur Pandas sind begeisterte Verfechter des Bambus‘ – auch wir Menschen sind von der faszinierenden Pflanze entzückt. Wieso? Bambus hat so einiges zu bieten – aber lesen Sie selbst. 

1. Eine kurze Geschichte des Bambus 

Botanisch gesehen gehört Bambus (Phyllostachys Aureosulcata) zur Familie der Süßgräser. Und weltweit wachsen rund 115 Bambusfamilien (Bambusae) – bekannt sind circa 1300 Arten. Die Blätter sowie die Halme leuchten meist Hellgrün bis Dunkelgrün (manchmal kommen aber auch andere Farben wie Gelb, Schwarz, rötlich oder gemustert vor).

Ihren Ursprung hat die Bambuspflanze in den Tropen und Subtropen – in Ländern wie Mittel- und Südamerika, Afrika, Indien, Indonesien, China und den Philippinen. Dort sind Bambushaine- und horste weit verbreitet und dienen unter anderem als Werkstoff für Einheimische – zum Häuserbau beispielsweise. In diesem Video ist zu sehen, welche unglaublichen Häuser mit Bambus errichtet wurden.

Wichtigste Bambus-Arten

Es wird unterschieden zwischen horstbildendem Bambus und ausläuferbildendem Bambus. Diese Unterscheidung ist extrem wichtig. Die Gattung Fargesia (Schirmbambus) wächst horstartig, denn ihre Wurzelstöcke bilden keine Ausläufer. Die Pflanze wächst also kompakt und bleibt dem Platz treu, an dem sie eingepflanzt wurde. Trotzdem wächst der Bambus weiter – ein bisschen in die Breite und vor allem in die Höhe.

Die Wurzelstöcke der Gattung Phyllostachys (Flachrohrbambus) und anderer Arten hingegen bilden lange Rhizome und breiten sich im ganzen Garten aus. Wer ein Fan wilder Gärten ist, findet bestimmt Gefallen an diesen Bambusgattungen. Sie dienen als optimaler Sichtschutz und liefern das Dschungelfeeling gleich mit. Anderenfalls kann man mit einer sogenannten Rhizomsperre gegen die Verbreitung vorgehen.

Aber was ist eine Rhizomsperre? Da sich die Wurzeln unterirdisch ausbreiten und immer wieder aus dem Speicherorgan (dem Rhizom) an anderen Stellen austreiben, ist ein offensiver Plan gefragt. Hierfür gibt es die Rhizomsperre: Die Materialien kommen hauptsächlich aus dem Straßenbau – man arbeitet hier mit speziellen Folien und Betonringen. Die circa zwei Millimeter dicken Folien bestehen aus Polyethylen und haben eine hohe Dichte. Diese sollte mindestens 60 bis 70 Zentimeter in den Boden eingegraben werden – die Tiefe variiert je nach Art des Bambus. Wichtig dabei: Abstände lassen, damit sich die Pflanze trotzdem ein bisschen ausbreiten kann. Und: Die Sperre nicht komplett eingraben, sie sollte fünf bis zehn Zentimeter aus dem Boden ragen, damit die Wurzeln nicht daran hoch und darüber klettern können. Jetzt werden beide Enden der Folie noch mit einer Aluschiene verschraubt. So wird die hohe Dichte der Rhizomsperre gewährleistet. Und gerade, wenn ein japanischer Garten in Ihrem Interesse ist, lohnt es sich, eine Sperre einzubauen.

Die Halme des Bambus sind hellgrün und extrem stabil.

Die Halme des Bambus wachsen extrem schnell und sind sehr robust ©istockphoto.com/FangXiaNuo

2. Eigenschaften der Bambuspflanze

Bambus verfügt über viele bemerkenswerte Eigenschaften: Die Pflanze ist ein schnell nachwachsender Rohstoff, der zudem klimafreundlich und biologisch abbaubar ist. Denn verglichen mit Holz produziert Bambus mehr Sauerstoff und wirkt sich somit positiv auf die CO2 Bilanz aus – es ist also ein wahrer Alleskönner, wie in diesem Magazin sehr anschaulich beschrieben wird. Er ist sehr elastisch, wächst leicht und dicht, ist zäh und widerstandsfähig sowie immergrün. Und, vielleicht einer der größten wirtschaftlichen Punkte, die für Bambus sprechen: Die Pflanze ist extrem preiswert. Zwei andere Eigenschaften, die typisch für Bambus sind, sind:

Die Höhe

Die Halme können über 35 Meter hoch werden und wachsen dabei auch noch extrem schnell. Denn sie können es innerhalb eines Tages auf bis zu drei Meter schaffen – anders als Bäume, deren Wachstum sich zum Teil über ein Jahrhundert erstreckt.

Die Stabilität

Bambus wächst nicht nur besonders schnell, sondern ist zudem auch noch extrem robust und stabil. Dies äußert sich in der Härte der Halme. Vor allem in heimischen Gefilden wie den Tropen oder Subtropen bekommt die Pflanze viele Nährstoffe, Sonne, Licht und Regen ab und wird dadurch besonders gestärkt.

3. Bambus im Garten

Bambus kann ganz vielfältig eingesetzt werden: Ob als Heckenpflanze, Kübelpflanze oder ganz praktisch als Sichtschutz – durch das leichte und dichte Wachstum wird es schnell richtig grün in Ihrem Garten. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag „Die besten Hecken für schnellen Sichtschutz“.

Standort und Bepflanzung

Bambus fühlt sich am wohlsten, wenn er an einem sonnigen bis halbschattigen Ort steht. Manche Arten mögen es etwas schattiger – generell gefällt es dem Bambus aber fast überall. Der Boden sollte sandig-lehmig und vor allem locker sein. Ist er zu dicht, besteht die Gefahr der Staunässe. Bevor Sie die Pflanze eingraben, sollte sie ausrechend gewässert sein. Dies erreichen Sie, indem Sie die Bambuspflanze (oder eher ihren Wurzelballen) in ein mit Wasser gefülltes Gefäß tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Graben Sie dann ein Loch, das ungefähr die doppelte Größe des Wurzelballens hat. Ist die Bambuspflanze fertig eingegraben, sollte man sie außerdem mit circa 20 Liter Wasser gießen. Den Boden können Sie bei der Bepflanzung noch etwas „pimpen“, indem Sie hochwertige Erde untermischen. Das hilft den Pflanzen beim Wurzeln – ideal ist ein sogenannter schwach-saurer Boden mit einem PH-Wert um 6.

Tipp: Pflanzen Sie den Bambus am besten im Garten direkt ein. So entwickelt er sich besser als eingetopft. Warum? Töpfe sind meist durchwurzelt, was dem Bambus nicht so gut bekommt. Abgesehen davon ist die Pflanze sehr pflegeleicht und kann zudem ganzjährig gepflanzt werden. Zwischen Februar und September gedeiht der Bambus optimal: Es ist genügend Zeit zum Einwurzeln, bevor der Winter beginnt. Was Sie allerdings beachten sollten, ist, um welche Art es sich bei Ihrem Bambus handelt.

Die Blätter des Bambus leuchten meist hellgrün bis dunkelgrün.

Bambus ist ein Süßgras und leuchtet meist Hellgrün bis Dunkelgrün ©istockphoto.com/fotohunter

Pflege

  • Gießen

Bambus ist sehr pflegeleicht. Gerade im ersten Jahr sollte man sich aber auf das bedürfnisorientierte Gießen verlassen. Je nach Klima und Witterung braucht die Pflanze mal mehr, mal etwas weniger Wasser. Die Faktoren sind Bodenbeschaffenheit, Temperatur und natürlich die aktuelle Größe der Pflanze. Generell mag Bambus größere Massen Wasser lieber als zu oft zu kleine Mengen. Gerade eingetopfte Pflanzen müssen sehr regelmäßig gegossen werden. Sind die Blätter leicht eingerollt, ist das ein Zeichen von Trockenheit. Im Idealfall topft man sie alle zwei bis drei Jahre um.

  • Düngen

Bambus darf auch gedüngt werden. Dafür gibt es spezielle Bambus-Dünger, die im Zeitraum zwischen April und August je einmal eingesetzt werden sollten. Auf diese Weise wird der hohe Nährstoffbedarf gedeckt. Wird später als August gedüngt, kann sich das aber negativ auf die Pflanze auswirken und ihre Winterhärte minimieren.

Außerdem ist Bambus gut schnittverträglich. Ausgewachsene Halme können problemlos abgeschnitten werden. Ein allgemeiner Schnitt sollte in der Regel im Juli oder August erfolgen. Dafür eignen sich eine elektrische Heckenschere oder eine scharfe Gartenschere.

  • Überwinterung

Bambus ist äußerst zäh und winterhart. Trotzdem sollte die Pflanze in ihrem ersten Winter mit einem Schutz versehen werden. Eine grobe Regel ist folgende: Je älter der Bambus, desto frostresistenter wird er. Vorsicht ist nur geboten, wenn das gegossene Wasser gefriert und somit nicht von der Pflanze aufgenommen werden kann. Dann kann es zu Trockenschäden kommen und die Pflanze leidet im Frühling unter akutem Blattfall. Hier kommt dem Süßgras noch eine positive Eigenschaft zugute: Es regeneriert sich sehr schnell und treibt aus dem Rhizombereich viele neue Sprossen aus.

 

No Comments

Comments are closed.